Ein Informationsblatt mit zwei Ortsplänen
Aus welcher Himmelsrichtung man sich auch immer dem alten Dorf und (seit 1974 dem Marburger Stadtteil) Bauerbach nähert, es geschieht vorwiegend auf historischen Zugangswegen, die seit der Besiedelung seine Bürger "mit der großen weiten Welt" verbinden.
Altes Kartenmaterial zeigt in Nord-Süd-Richtung eine nur noch in Resten erhaltene Handelsstraße; sie führte von Ginseldorf kommend an der katholischen Kirche vorbei weiter nach Schröck und ist nur zum Teil identisch mit der neuen geteerten Straßenführung, die Bauerbach mit Ginseldorf und Schröck verbindet. Der Joichtweg im Osten (in Ortsnähe als Hohlweg) stellte als Teil einer alten Handelsstraße bis Rauschenberg die Verbindung nach Schönstadt her; heute ist der Joichtweg als Fuß- und Radweg nach Großseelheim fest ausgebaut.
Aus welcher Himmelsrichtung man sich auch immer dem alten Dorf und (seit 1974 dem Marburger Stadtteil) Bauerbach nähert, es geschieht vorwiegend auf historischen Zugangswegen, die seit der Besiedelung seine Bürger "mit der großen weiten Welt" verbinden.
Altes Kartenmaterial zeigt in Nord-Süd-Richtung eine nur noch in Resten erhaltene Handelsstraße; sie führte von Ginseldorf kommend an der katholischen Kirche vorbei weiter nach Schröck und ist nur zum Teil identisch mit der neuen geteerten Straßenführung, die Bauerbach mit Ginseldorf und Schröck verbindet. Der Joichtweg im Osten (in Ortsnähe als Hohlweg) stellte als Teil einer alten Handelsstraße bis Rauschenberg die Verbindung nach Schönstadt her; heute ist der Joichtweg als Fuß- und Radweg nach Großseelheim fest ausgebaut.
Faltblatt für den VVB herausgegeben von J. Deegener, P. Gattinger und V. Weitzel, 2008)Seit dem 13. Jahrhundert wusste der Deutsche Orden in Marburg vier Gutshöfe in Bauerbach an sich zu binden, deren landwirtschaftliche Produkte über die Lahnberge zu ihren Abnehmern geschafft werden mussten. Nicht der Bornweg (südlich vorbei am Wannkopf), sondern der Marktweg (zuvor Spitalsweg mit Ziel Marburger Siechenhaus) diente als Transportweg für die Pferdegespanne. Beide Wege säumen seit Jahrhunderten Bäume mit unterschiedlichen Obstsorten, um deren Pflege sich seit den 1960er Jahren der Bauerbacher Verschönerungsverein bemüht. Baumpatenschaften durch Familien aus dem Ort haben hier und auf einer 1991 als Ausgleichsmaßnahme angelegten Streuobstwiese den Erhalt dieser ortstypischen Landschaft unterstützt.
Auf der gegenüberliegenden Ostseite verbindet der Heideweg (auch mit altem Obstbaumbestand) Bauerbach mit dem Großseelheimer Wald. Streckenweise führen auf den historischen (Wirtschafts-) Wegen rund um Bauerbach vor allem touristisch bedeutsame Wanderwege: der Schwälmer Weg X10 mit der Schwalm als Zielrichtung und der Hugenottenweg mit der Roten-Punkt-Markierung, der an die über 1000 km lange Fluchtbewegung der französischen Glaubensflüchtlinge aus der Provence bis Bad Karlshafen (und weiter) erinnert. Auf dem Franzosenweg werden 1762 während des Siebenjährigen Krieges die französischen Truppen über die Lahnberge marschiert sein, als es im September an der Amöneburger Mühle zum Gefecht mit den vereinigten preußischen Einheiten gekommen ist.
Wer den alten Ortskern zwischen den vier Bildstöcken von 1742 um die katholische Kirche kennenlernen möchte, orientiere sich an der historischen Karte , wenn er den Kirchweg, die Lohgasse, die
Bauerbacher Straße und die Straße Zum Lahnberg entlangläuft. Die rund 25 Informationstafeln machen u. a. auf die überwiegend landwirtschaftliche Prägung Bauerbachs aufmerksam - eine Prägung, die zwar einige Handwerksbetriebe einschließt, wie den Schmied, den Stellmacher, den Wagner und den Schreiner, welche den bäuerlichen Betrieben zur Seite gestanden haben, aber anderes Handwerk oder gar Industrieansiedlungen verhindert hat. Gleichwohl ist Bauerbach als Dorf ein Stadtteil Marburgs mit Zukunft auf Grund seiner räumlichen Nähe zu den Arbeitgebern u. a. auf den Lahnbergen, seines ruhigen Wohnumfeldes und seiner erhaltenen und erhaltenswerten Naherholungsgebiete in den angrenzenden Wäldern und im Amöneburger Becken.



