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Flurnamen in Bauerbach, in Ginseldorf, Listen

Kap. 22. Die Fluren

Bauerbacher Flurnamen (210)

(Hierzu Abb. 16) Nach den Flurkarten von 1807/09 dem Nummernbuch von 1808, dem Kataster von

1837 und der Rezeßkarte von 1922 (mit x)

Die lfd. Nr. vor dem Flurnamen findet sich in der Flurkarte wieder. Die Nr. hinter dem Namen gibt die Flur (das Kartenblatt) an, in der der Name zu suchen ist. Das Dorf ist Blatt 6/7.

Abkürzungen: A., Ä. — Acker, Äcker Wg. = Weg G.. Gä. = Garten, Gärten D. = im Dorfe Ws., Wsn. = Wiese, Wiesen Wa, — im Walde

 

1.

Die Aasgrube

x 1

19.

der Bornweg

x 5

2.

die Arskerbe

1

20.

die Bornwegs-Ä.

x 5

3.

hinter der Arzbach (Seelh. Flur)

—

21.

die Bornstücker

x 5

4.

die Arzbach (Nr. I36a)

x 3

22.

der Bornstückgarten

5

5.

der Arzbach-Wg.

x 3'4

23.

die Born wiesen

x 5

6.

die Arzbachswegs-Ä.

x 3 4

24.

aufm Brückelche

x5

7.

die Arzbachslöser-lose

x 4

25.

der Brückelches-A.

x 2

8.

die Arzbachsteiche

x 3

 

(der Bröckell-A.

 
 

der Oberteich

 

26.

die Bruchws. od. Sauerws.

x 1

 

der Mittelteich

 

27.

die Butter-Ws. (Schulwiese)

x 5

 

der Unterteich

 

23.

der Bühl, Biehl, (1333 bohel)

x 7

 

(siehe auch „Deutschordensteiche

")

29.

die Bühl-Ä.

x 2

10.

der Aulgarten

1?

30.

die Bühl-Gä. x

25

11.

die Atzelwiese

x 1

31.

der Bühl-Henner, -Henrich

x 2

     

32.

die Bühl-Ws.

X 5

12.

das Bellwiesche a. d. Riede

1

32a.

der Bühl-Wg.

X 7

13.

der Bette A.

5

33.

d. Caffe *) a, d. Atzel-Ws,

1

14. 13. Iß.

auf den Betten über den Betten die Bette aufm Roth

x 5

x 5 ^

*) wohl Schreibfehler für Paffe(-wiese) 34. der Clemens am Fronhöfer

4

17.

der Bleichplatz

2

35.

die Deutsch-Ordens-Ä,

x 3

18.

der Bornberg

Wa

 

(1592 d. Teutschen Herren Ä.)

 

3«.

d. Vorderste Teulschordens-A.

3

37.

d. hinterste Teutschordens-A.

3

38.

die Deutschordens-Teiche

3

 

der oberste Teich

 
 

der' mittelste Teich

 
 

der unterste Teich

 

39.

auf der Dornhecke

X 2

40.

die Dornheckshohle

x '2

 

(um 1730 Hasselgrundgraben)

 

41.

d. Dreispitze am Schröcker Wg.

x 3

42.

die Dürre Ws., Dörre Ws.

x 3

43.

der Eller-A. (zweimal) x 1 ä

't x 3

44.

die Eselsgasse

5

45.

die Feuerstein-Ä.

x 3

46.

die Flachsröste

x 3

47.

aufm Floß, aufm Felß

x 4

48.

am Fronhöffer. Gemeindswüstun

g 4

49.

d. Fronhöfer A., Fruhhöber A,

x4

50.

d. Fronhöfer Wsn., Fruhhöbers Ws

. x 4

51.

der Fronhöfer Wg.

x4

52.

der Franzosenwg.

Wa

52a.

am Forsthaus

1/5

53.

die Gall-Ä.

x5

54.

auf der Gasse

x5

55.

die Gasse-Gä.

5

56.

der Neue Garten beim Kump

x 5

 

an der Widdern

 

57.

der Gefälls-Wg., Gefils-Wg.

x5

 

Gefels-Weg.

 
 

1720 Studentenpfad

 

58.

das Gemeindge

x 5

59.

d. Gotts-Ws. am Eselsgäßchen

5

60.

der Grüne Wg. od. Käseweg

x2/4

fiOa.

am Gebrannten oder das Triesch

5

61.

der Hainbuchsgraben

Wa

62.

der Haar-A. Harr-A.

x 2

63.

das Haargärtchen

2

64.

der Haar-Rain

2

65.

der Haarwg. Harr —

x2

66.

die Haarwsn. Harrwsn.

x 2

67.

die Ha(n)gelhecke b. d. Bruchws,

1

08.

der Hasendänzer

Wa

G9.

die Haude, i. d. Wöllbach

5

70.

auf der Heide, --Haide

x 1

71.

der Heideweg

x 1

72.

der Heid-A.

1

73.

der Hasselgrundsgraben (Nr. 40)

2

74.

in der Hinterbach, der H.

x 1

75.

das Hinterbacher Wäldchen

1

76.

das Hinterwäldchen

1

77,

das Hinterbachswaldlöser (186)

1

78.

im Hinterfeld

x 1

79.

der Hinterfelds-Wg.

X 1

80.

am Hintermannsberg

X 1

30a.

am Heil

5

Hl.

der Helge-A. aufm Rod, im 2ten

Ge

 

Gewende 1592 im heiligen Feld.

2

R2.

die Hohl, Höhl

2/5

83.

die Hoppegärtchen, b. d. Hopfegä.

x 17

84.

die Hude i. d. Arzbach

34

85.

am Hunsrück, Hundsrück

x4

86.

die Hühnerbrücke

3

87.

d. Hundskops-A. an den Betten

5

08.

am Jährlingsberg, Gerlings--

x 2

89.

in der Joicht, Jeucht, Jörcht

x 2

 

1333 rus .lagere?

 

90.

der Joichtweg, Jaicht

x 2

 

Joichtw. Jaucht —

2

91.

d. Kammäckerchen am Kongrab«

m 4

92.

der Kathrinegarten

Wa

n:i.

der Käseweg (Nr. 60)

2

94.

der Kessel-A. am Hinterfeldw.

l

95.

der Kiß a. d. Lochws.

1

9G.

f\. obere Kirchhainer Str.

4

 

d. untere Kirchhainer Str.

4

97.

die Klee-Ws.

x 3

98.

im Kongraben, Korn--

X 4

99.

die Krautgärten

X 5

]()().

der Kreuz-A. 1333 crucegarten

X 2

101.

im Kuckes

x 3

102.

der Kuckucksweg, Guguks—

3

103.

d. Kump a. d. Widdern

5

104.

der Lahnberg, 1491 loenberg

Wa

 

um 1730 Löhnberg

 

105.

Läusgraben, Läuse—, Leuse--

x2

 

Laus-, Leis-

 

106.

die Läus-A.

2

107.

am Läusrain

X 2

108.

die Läus-Ws., Leuse-Ws.

X2

109.

der Läusküppel

Wa

 

das Läusköppchen

 

110.

die Lange Ws. am kleinen,

 
 

alten Weg

1

111.

die Lehmekaute, Leimen-

x 5

112.

d. Lehmkauten-A.

x5

113.

der Limburger

x 1

114.

die Loch-Ä.

x 1

115.

die Loch-Ws.

x 1

116.

aufm Loh

x 7

117.

die Loh-Gä.

x 2

118.

die Loh-Löser (wie 119)

7

119.

die Loh-Stücker

x7

120.

im Lohstrauch

x2

1.21.

die Lohstrauchs-Ä.

7

122.

die Lohgasse

7

123.

der Lohweg

X7

124.

am Lohrain -rhein

7

125.

der Lustgarten

X 1

126a.

aufm Markwegsfeld

5

126.

am Marktweg, Mahrt-

x 5

 

1592 Spitalsweg

 

127.

die Markt-Ws.

x5

128.

die Marktwegslöser -lose

X 5

129.

die Metzws. unter d. Haarwiese

5

130.

das Mittelwäldchen

Wa

131.

der Moog a. d. groß. Schanz

2

132.

der Nest-A.

X 1

133.

Nonnhausen

Wa

134.

die Nörwill, Norbel

x 2

135.

die Norwels-Ws.

2

13R.

der Opfergarten

7

13fia.

Pfad zur Arzbach

5'4

137.

der Päd-A. a. d. Kirchhainer Straße 4

138.

die Pfaffen-Ws. Paffe-

x 1

139,

der Pfaffengrund

3

140.

die Pflanzenländer

 

141.

aufm Pfuhl

1

142.

die Pfuhl-Ä.

x 1

143.

die Pfuhl-Löser -lose

x 1

144.

rtie Pfuhl-Ws.

x 1

145.

der Pfuhl-Wg.

1

KÜ.

aufm Rod, Roth, 1587: Rott.

X 2

147.

aufm vordersten Rod

2

148.

d. Rothslücke aufm Vordersten Roth 2

149.

die Röte. Riede

x 1

150.

der Rötewg. Riedewg,

x 1

151.

die RÖtews. Riedws.

X 1

151a.

die Rundews.

x 3

I5lb.

der Sandwg.

2 '5

152.

im Sack

3

153.

der Sackweg

3

!54.

die Sauer-Ws.

x 3

155.

das Sauställchen

X 3

ITifi.

das Saustallsbörnche

Wa

157.

die Große Schanz, Schenz

X 2

158.

die Kleine Schanz, Schenz

x 5

159.

das Schänzrainche

2

160.

die Schächters Ws.

Wa

161.

die Schröcker Wanne

 
 

am Deutschordens-A.

3

162.

die Schröcker Heege

Wa

163.

am Schröcker Kreuz am ,1 udenpfad I!

164.

der Schwarz-A. oder Boden-A.

4

165.

der Spitze A.

1

168.

das Spörers Wieschen

1

167.

die Steinrücke

x 5

 

am Steinrücken

 

168.

das Steinrückenwäldchen

x 5

169.

der Stein-A.

x 1

170.

der Stein-A. am Marktweg

5

171.

im Stocksgrund

5

172.

d. Stocksgrundlöser

5

173.

die Stocksgrund-Wsn.

X 5

174.

d. Gemeinen Strauch

5

 

im Stocksgrund (1592)

 

175.

der Strach-A. Strauch-A.

5

176.

der Straß-A.

 

177.

auf der Straße am Hunsrück

4 '5

1.73,

die unterste Straße, ebendort

4/5

179.

der Teichacker. Dechacker

x 3

180.

d. Teich am Gemeindge

5

1R1.

die Tier-Ws. Dier-, Diehr-

x 5

182.

am Totenhof

X 2

183.

d. Umkehr- Wg. Ümkuhr- Imkuhr-

X "

183a.

. an den Vier Bänken

Wa

184.

die Wälrlehes-Ws. am Hinlcr-

 
 

mannstacTg

1

185.

am Wäldchen

5

186.

die Wäldchen-Stücke

x 1

187.

auf der Wart, Warth

x 1

 

1728 Warth-Biehl

 

IHR.

der Wart-Wg.

1

189.

in der Wann zweimal

x :i x n

190.

d. Große Alte Weg

X 1

191.

d. Kleine Alte Weg

i

•"!)?.

am weißen Stein

x 1

193.

die Wickegärte, Wicken-GH.

x 2

194.

die Widdern. Wiedem

X 5

1P5.

in der Wöllbach, Wöhl-

x 5

196.

die Wöllbachs-Ä. Wöhlbächer-

x 5

 

1333 meldebecher wiße

 

1P7.

das Wolfsloch

Wa

19«.

die Zauhl, Zahl, Zähl

5

 

(am Lahnberg)

 

199.

am Zauhl (Seelheim. Wald)

2

?CO.

Bauerbacher Zauhl, Zehl

2

?01.

der zipfen

2

Die Wege. 5 19, 5l. 52, 57, 60 (93), 65, 71. 79. fSZ). 90, (96), 102. 122, 123, 126, 145, 150, 151b, 153, 177/178, 183, 188, 190, 191

Die Gärten. 10, 22, 30, 55, 56, 63, 83, (92), 99, 117. 136, 193. Die Wege

Die Löser 7, 77. 118. 128. 143, 172 und Stücker 21. 119, 1.86.

Die alten Flurkarten, anfangs des vorigen Jahrhunderts, teilen die Gemarkung (ohne das Dorf) nicht in fünf, sondern nur in drei Kartenblätter und wahren damit noch die alten Fluren von Arzbach und Nonnhausen als eigenständige Bezirke.

War Ginseldorf lange Zeit, mindestens von 1600—1840, größer als Bauerbach, so hatte es auch eine größere Feldflur. Die Flurgrenzen Ginseidorfs sind mit dem Wald fast 9 km, ohne Wald fast 8 km. Der Umfang der alten Bauerbacher Flur, ohne Auzbach und Nonnhausen, beträgt nur 5,5 km, mit diesen beiden jedoch 11 km. Erst um und nach dem Jahre 1400, nach dem Zuzug der beiden wüst gewordenen Dörfchen, hat sich die Flur auf den heutigen Umfang vergrößert. Auch die eigentliche Dorffläche (Bb. hat sich von kaum 4 ha um 1840 auf fast 12 ha erweitert.) Doppelbenennungen ,wie sie auf der Ginseldorfer Flur nicht selten sind (Strauch-Acker, große, breite, lange Acker (Wiese) Stimp(e), sind auf Bauerbacher Flur, wo man sie eher vermuten sollte, weniger häufig.

Die Verkoppelungen von 1916/17 haben gewaltig mit den Flurnamen aufgeräumt und viele der alten ums Leben gebracht. In Ginseldorf sind von 230 Namen auf der Rezeßkarte von 1922 nur etwa 80 (ca. 35°/o) erhalten, in Bauerbach sind es von fast 200 Namen immerhin mehr als die Hälfte, die geblieben sind.

Ginseldorfer Flurnamen (240)

(Hierzu Abb. 19)

Benutzt wurden: Flurkarte 1808, Kataster 1835, Rezeßkarte 1922. („x"). Die laufende Nr. vor dem Namen findet sich in der Flurkarte wieder. Die Nr. hinter den Namen gibt die Flur (das Kartenblatt), in der der Name zu finden ist. Blatt 4 ist der Wald, Blatt 7 und 8 das Dorf, Die Lage der Namen ohne Flurnummer war nicht genau zu ermitteln.

Abkürzungen: A. Ä. - Acker, Äcker; G. Gä. -- Garten, Gärten; Ws. Wsn. — Wiese, Wiesen; Wg. = Weg; D. = im Dorf (Bl. 7 u. 8).

1.

die Ah-Ä. Au-Ä.

2

r>

der Anspann

2

3.

die Anspann-Ä

2

4.

der Anwänder

1

5.

die Atzelws.

X 6

6.

der Atzelwasen

6

7.

der Atzelwasen-A.

6

8.

die Aue

X2

9.

die schmale Aue,

2

10.

die vorderste Aue

2

11.

die hinterste Aue

2

12.

die Aulhecke

4

I2a.

. der Aue Acker

2

 

die Bette (auch Beete)

 

13.

die Bettercher

5

14.

die drei Bette

1

15.

die vier Bette

2

16.

die sieben Bette

5

17.

die Gothsbette (Gotts-)

2

18.

die Grundbette

x2

19.

die Kohlbette

1

20.

die Kregelsbette (Krekel?)

2

21.

die lange Bette

2

22.

die Leimebette

5

23.

die Ohmbett

1

24.

die Pfuhlbette (Puhl-)

2

25,

d'e Riedbette

1

2(5.

die Schulze Bette (Schütze-!)

5

27 .

die Seme Bett

 

28.

die Stimpe Bett (Stumpe-)

5

29.

die weiße Bett

 

30.

die Weinbette

1

31.

der oberste Berge A.

x 6

32.

der unterste Berge A,

X 6

33.

der Berge G.

 

34.

die Berge Ws.

xG

35.

das kleine Berg Ä.

 

3R.

der Bergehecks G.

 

37.

der Bornkurts A, (-korts)

x 5

38.

der Born A.

 

39.

die Birke-Hege

4

40,

der Breite A. (Breitacker) (2mal)

x 1/6

41.

die Breite Ws.

1

42.

die Bruch-Ä,

1

43.

die Bruch-Ws.

x2/l

44.

der Dingelberg (Töngel-)

—

45.

der Dingelbergs-A.

2

46.

der Distel A.

x5

47.

Dokters G.

D

48.

der Drach (Simmeshude)

2

49.

die Dreispitz

5

50.

die Dreispitz-Ä.

5

51.

der Drei Meste A.

5

52,

die Eichws., auch Honnmühls Ws.

 

genannt.

 

53.

der Erlemann

5

54.

die Falk-Ä. (Kalk-!)

x3

55.

der Fleischhauer

x 5

56.

die Weite Förch (Weideforch)

2

57.

die Füllingswiese

x 6

57J

t. der Alte Graben, d. Alte Landwehr 1

58.

der Gaß-A.

B

59.

die oberste (Esels)Gasse

X 6

60.

die unterste (Esels)Gasse

X 6

61.

hinterm Garten

x 2

62.

aufm Gebrannten

x 3

63.

der kleine Gehegs (Gehögs) A.

x 2

64.

der große Gehegs (Gehögs) A.

x 2

65.

das Gernche (Garn-)

5

CG.

die Gi(e)ßler Ws.

1

R7.

der Große A. (2mal)

5/1

fi'l.

die Große Ws.

G

69.

der Große G.

1

70.

im Grund

X5

71.

die Grund Ws.

x 2

72.

die Gyrweih (Kirweih)

6

 

am Rinnweg

 

73.

der Gyrweihgraben

 
 

Hecken und Huden

 

74.

die Berge Hecke

X6

75.

die Birke Hege

 

76.

die Hangelhecke

X 6

77.

das Heckestück

Xl

78.

hinter der Hecke

 

79,

die Lochhecke

x6

80.

die Schönbächer Heck.

 

81.

die Hude

2

82.

die Breite Hd.

2

83.

die hinterste Hd.

 

84.

die kleine Hd.

2

85.

die lange Hd.

2

86.

die Simmeshude, der Drach

x2

 

genannt

 

37.

der Ham-A. (Hama A)

6

88.

die Hangelbirke

x 6

89.

die Helge Ws. (Heize)

x6

90.

der alte Hens

1

91.

der junge Hens (Hans) A.

6

92.

der Hassel A,

2

93.

der halbe Morgen

2

94.

der Hofmann (Hofmorgen?)

5

95.

die Hof Ä.

X 1

96.

die Hofestatt (-Stadt)

x6

97.

die Blaue Hofestatt am Rinnweg

X6

98.

die (kleine) Hofestatt am Gothsweg 2

99.

im Hinterfeld, die Hofestatt

2

100.

auf der Höhl

5

101.

der Hölle Rain (Helle R.)

x 5

10?.

der Honn-A.

 

103.

der Hude-A.

 

104.

der Hühner-A.

2

105.

das Hinterfeld

x 2

105 E

\, der Hirte Garte

1

106,

der Kanal-A. (Kanel-)

x 6

107.

der Kanel-G.

 

108.

der Käs-A, (Kies-A.)

2

109.

die Kämme Note (Kemenate)

1

110.

die Katzekahl

1

111.

die Kellerhans Ä.

x6

112.

der K.irch-A. (Kirsch-A.)

x6

113.

der Klee-A. (d. kleine A.?)

 

114,

der Klee-G. Die Klee Ws.

1

115,

, der Korn-A.

 

11G

. die Kraut-Gä.

x 1

117

. die Kraut-Gä. -Ä.

 

118

. der Kriebaums A. (Krü-)

6

119

. die Kron-Ä.

X5

120,

. die Kramme Ä.

1

1.21.

, die Krumme Ws.

1

122

. das Küchewäldche

x 6

123

, das Kühstück

X 5

124.

. der Kuh-Schwanz

2

 

Die ..Löser"

 

125

. die Dingelbergs Ls.

x 3

126

. die Gehegs-Ls. (Gehögs-)

x 2

127

. d. Großen Ls. aufm Gebrannten

x 3

128

, d. Kraut-Ls. auf der Grundws.

5

129.

d. fangen Ls. am Rain

x ;i

130.

d. Schönbächer Hecks-Ls.

x3

131.

die Stump-Ls. (Stimpe Ls.)

2

132.

die Rote Ws. Ls.

x 3

133,

der Lange A. (2mal)

2/1

134.

die Lange(n) Ws(n) (2mal)

x 1 'fi

13f).

die Lange Wsn. Ä

x 5

13R.

der Leime A. (Lehm-A.)

x 6

137.

die Leimenkaute

 

138.

die Loch-Ä.

x r,

139.

der Loch-G,

x 6

HO.

der Mahrstein- A. (zweimal)

2

141.

die Marstein-Ws.

 

142.

die Markthöhle (Mark-)

 

143.

der Milch- A.

x G

144.

der Mondschein

X 5

145.

der lange Morgen

2

145a.

(der halbe Morgen)

 

146.

der Mühl-A.

1

147.

der Müllers A.

 

148.

die Mühlwiese

1

149.

der Naß-A.

x 5

150.

die nasse Ws.

5

151.

der Neckels G.

 

152.

der Neue G.

 

153.

der Nest-A.

x 6

154.

die Nieder-Ws.

1

155.

der Orts- A. (Orths-)

5

156.

der Pfaff-A. (Paff-)

x 6

157.

die Pfingstweide

x 3

158.

die Pfuhl-Ä.

x2

159.

die Pfuhl-Ws.

 

1GO.

der Pielands-A.

5

161.

das Riedfeld

x 1

162.

die Riedfeld-Ä.

 

163.

die Ried(e)-Ä.

x 5

164,

der Rechert (Räch-)

6

165.

der Rindszähl.

x 2

166.

der Rinn- A.

X D

167.

der Rinnwegs-G.

 

168.

das Roth (Rod) zweimal

x 56

169.

das Rodstück

 

170.

der rote Baum-A,

5

171,

die rote Ws. (Rodewiese)

x 3

172.

d. rote Ws. Löser A.

 

173.

der Rodewiesen-A.

 

174.

das Rühl-Land (Ruhland)

5

175.

der Ruppe-Rain

4

175a

. d. Ried Ws.

1

176.

der Sand-A.

x5

177,

am Saubierbaum

1

178.

der Saubierbaums-A.

1

179.

der Saurüssel

5

180.

d. Seelheimer Walds-A.

x 5

181.

der Silberlaus-A.

x 5

182.

der Simmehude-A.

 

ir,3.

der süße Plat/.

 

184.

der süße Plat/.-A.

x 5

185.

die Schaf-Ä.

6

180.

der Schaf-G.

G

187.

die Schaf-Ws.

6

18«.

der Scheibelinß

6

18!).

der schmale A.

1

190.

der Schneiders A.

X 1

191.

der Schneiders G.

 

192.

die Schneiders Ws.

x t;

193.

der Schreiber

x5

194.

der Schwarz-A.

6

ins.

die Spitze

 

11").

der Stein A

x 1

197.

die Steinperche

 

198.

der steinerne Brücks-A.

2

199.

der Stimp

2

200.

der Strauch-A., zweimal

x2'6

201.

die Stump-Ws.

 

201a.

die Schindkaute (Schön-)

1

202.

der Todt-A.

X2

202.

die Tränkfurt

X 1

204.

die Trenk-Ws.

1

20,r>.

das Trusch

D

206,

die Verteln

2

207.

das hinterste Vertel

2

208.

der Wasen-G.

 

209.

die Wasser Ws.

1

210.

Webers G.

D

211.

der Weitärs (Weil Aers)

2

21?.

Weymers Ws. (Weymars-)

x 6

213.

Weymars A. a. d. Markhöhl

6

213a.

Weimars Zeil, (Waldstück)

6

214.

der Wies(n)hof

1

215.

der Wies-A. Der Wiese Ga.

1

?16.

das Wieschen

 

217.

die Weegs-Gä. (Wergs-Gä.)

 

218.

die gezäunte Wiese

1

219,

die oberste Wiese

 

220.

die Wüstung vorm Enser Weg

2

 

(siehe auch hierzu Nr. 98/99)

 

220a.

. das Zehntfreye

2

220b

. der Zepperts-A.

1

 

Die Wege

 

221.

der Alte Weg

1

222.

der Dreispitz-Wg.

 

223.

der Ellerrnutter-Wg.

5

224.

der Enser-Wg.

x 1/2

225.

der Goths-Wg.

x 2

226.

der Hangelbirke-Wg.

5

 

(ist d. Straße n. Bauerbach)

 

227.

der kromme Wg.

 

228.

de'' lange Wiesen-Wg.

 

229,

der Mühl-Wg. (Müll-)

x 1

230.

der Rinnweg

 
 

(ist d. Straße nach Bauerbach)

 

231.

der (unterste) Rinn-Wg.

56

232.

der wüste Weg

 

Flurnamen und Besiedlung

Die Ginseldorfer Flurnamen sind „gesprächiger" als die Bauerbacher, vielleicht, weil das Dorf eine jüngere Gründung ist. Von mittelalterlichen Rodungen reden die vielen „Löser", Hecken, Huden und die „roten" Namen, die sich aber zum Teil auch auf Rötvorkommen beziehen.

Viermal kommt der Name „Hofestatt" vor, die Hofestatt am unteren Rinnweg, die Blaue Hofestatt in der Nähe am Rinnweg, die kleine Hofestatt am Gothsweg und die Hofestatt im Hinterfeld. Die ersten beiden zeigen uns, wie auch die Verdichtung der Flurnamen an dieser Stelle, eine alte Hofstätte an. Hier finden wir auch die oberste und unterste Gasse, auch Eselsgasse genannt, und dabei den Gaß-acker. Wie in Bauerbach deuten auch hier die Gassen eine Siedlung an. Der Bach, aus der Bauerbacher Hinterbach durch die Langen Wiesen kommend, ist bei der Helgewiese abgeleitet und verläuft in tiefer, alter Rinne, woher wohl der Name Rinnweg kommt, über den Hügelrücken, auf dem die Hofestatt liegt. Der Bach würde seinem natürlichen Tälchen folgen, durch die Füllungswiese, wenn nicht Menschen die Umleitung geschaffen hätten. Und zu welchem Zwecke wohl, wenn nicht für eine hier liegende Siedlung? Hier liegt auch, weit ab vom Dorfe, da, wo heute keine Gärten mehr sind, der Lochgarten. Daß ganz in der Nähe das Küchenwäldchen liegt, sowie der Pfaffacker, der Helge (Heilige)-Acker und die Kirchwiese, kann unsere Vermutung bestätigen. Die Weymers-Wiese (Weimar ist geweihtes Wasser!) deutet auf eine Kirche hin. Die beiden Siedlungen, die alte an der Hofestatt und die Ginselnau, müssen dann auf die heutige Ortslage zusammengezogen sein. Die großen Rodeflächen, die aufm Gebrannten sind, deuten, wie die ausgedehnten Rodungen um Nonnhausen, (siehe Flurkarte!) auf späte Gründungszeit sowohl von Ginselnau als von Nonnhausen hin.

Die Ginselnau, 1280 als Guncilnowe genannt, am Biegen (Wolvisbigen) bei der Kuppe („Testa") gelegen, können wir uns mit guten Gründen nur im Hinterfeld liegend denken. Dieses liegt mit 195 m nur wenige Meter höher als die Ohm, kaum über deren Hochwassergrenze, also eine „Aue" darstellend. Der Biegen lag bei der nahegelegenen Hainmühle. Hier, im Hinterfeld, wird dreimal von einer Hofestatt und einer Wüstung gesprochen, und zwar mit der Beifügung am Gothsweg und vorm Enser (Anzefahrer) Weg genau lokalisiert. Wie ein Roßdorfer Flurname „die Kleine Gemeinde" und ein Bauerbacher „Das Gemeindge" die kleinere Nachbarsiedlung bezeichnen, so heißt es auch hier, im Gegensatz zur Hofestatt am Rinnweg, „die kleine Hofestatt. Übrigens läßt schon der Name Hinterfeld, wie viele auf . . . feld endigende Flurnamen, auf eine Siedlung schließen. Die im benachbarten Walde von Dr. Uenze entdeckten alten Ackerterrassen kann man wohl nur dieser Siedlung zuschreiben und bestätigen deren Lage.

Die Flurkarte zeigt uns besser als eine Beschreibung, wie alle drei Flurorte, Hofestatt im Hinterfeld, kleine Hofestatt am Gothsweg und Wüstung vorm Enser Weg ein und dasselbe sind. Die von Ginseldorf ganz abseitig liegende Rodefläche „aufm Gebrannten" (schon im Jahre 1730) so genannt, ist die Flur Ginselnaus gewesen .Und hier, am Gothsweg und Enser Weg, mitten im Feld, die „Steinerne Brücke" und der „Steinernen Brücks-Acker". 1835 werden zwei Brücken „aus steinernem Mauerwerk" genannt: am Alten Weg und am Enser Weg. Haben wir nicht auf der alten Dorfstelle Bauerbachs, auf dem Gemeindge, auch den Flurnamen „am Brückelche" und den „Brückelches-Acker"? Und in der Arzbach, wo die Dorfstelle zu suchen ist, die „Hühnerbrücke"? Daß ein so markanter Flurname „der Stimp" (die Stimpe Bette, die Stimpe Löser) zweimal vorkommt, bei dem heutigen Dorfe und hier, bei der Wüstung Ginselnau, diese freilich heute ganz vergessen — spricht für zwei Siedlungen, das alte Ginseldorf und die ausgegangene im Hinterfeld, die Ginselnau.

Eine dritte Siedlung, ein großer Hof, muß nördlich des Dorfes gelegen haben. Das von 1336—1386 genannte Deutsch-Ordens-Gut "Rudolphsgut" wird der Flurlage „Wiesehof", „Hofäcker" und „Kemenate" entsprechen. Die Kämme-Note, Kemenate, wohl das steinerne Haus des Rudolphsgutes, lag an der Tränkfurt. Von ihr heißt es im alten Kataster „stößt auf den Alten Weg und die Ohm". Vielleicht ist der bekannte Mühlweg, der gar nicht zur Hainmühle, sondern zur Tränkfurt und zur Kemenate führt, ein Teil des genannten Alten Weges. Hart an der Ohm, ganz abseits des Dorfes, lag ein Gärtchon, der Hirtegarte, und der in der Nähe vorbeiziehende, früher oft genannte „Alte Graben", eine wichtige Grenze, im Landschied von 1491 als „lantgewere (Landwehr) zwischen Guntzelendorf und Birgein" erwähnt, hatte auch für die Kemenate seine Bedeutung.

Die drei genannten Siedlungen, Ginselnau, altes Dorf und Kemenate, prägen sich so deutlich im Bilde der Flurnamen aus, daß man diese Deutung wohl gelten lassen kann.

Namen der Heimatfluren

Wollte man alle beschreiben, so gäbe das ein ansehnliches Bändchen. Wir besehen sie nur nach drei Seiten. Ihrem Alter und ihrer Herkunft nach, ihr weiteres Vorkommen in der Nachbarschaft und ihre mögliche Deutung. Der Grund für eine Namengebung ist immer derselbe: um den Einzelnen, das Einzelne, aus der Gesamtheit herauszuheben. Dafür erhalten wir unsern Personennamen, dafür den Familiennamen, dafür hat jedes Tier und jede Pflanze seinen Artnamen, dafür jeder Ort seinen Ortsnamen, jeder Berg, Fluß, Hügel und Wald seinen Flurnamen. Der Bauer hat die Flurnamen geschaffen, um jedes Stück und jede Lage kenntlich zu machen. Es hat also solche Namen gegeben seit Bauern unsere Fluren bebauen, und das sind immerhin schon rund 5000—6000 Jahre her. Ja, war können uns denken, daß schon die Rentierjäger der Eiszeit ihre Berge und ihren Fluß benannt haben.

Doch die Flurnamen leben nicht ewig. Sie kommen und gehen. Ein Blick in die Namenliste von 1807 und 1835/37 lehrt uns, wie viele im Laufe von nur 100 Jahren „gestorben" sind, Die allerältesten sind in der Regel die kürzesten und einfachsten. Sie widerstehen zumeist einer klaren Deutung, Ohm, Lahn, Joicht. Die Namen von großen Flurstücken leben länger als die von kleinen. Diese verschwinden fast alle bei Verkoppelungen. Für die Deutung sind die Zustände maßgeblich, die zur Zeit der Deutung bestanden, nicht die heutigen. Denn oft war damals noch Wald, wo heute Feldflur ist, und umgekehrt. Oft lag dort ein Dorf, wo heute Äcker sind, und Wiese, Weide oder Wald, wo heute das Dorf liegt. Wo alte Namen dicht gedrängt auftreten, ist meistens alte, ehemalige Besiedlung zu vermuten, die Flurkarte und Geschichte unserer beiden Dörfer lehrt uns das. Namen mit volkstümlicher Deutung, wie Nonnenhausen von einem Nonnenkloster, sind meistens falsch gedeutet.

Unsere ältesten, beurkundeten Namen. Dem Amöneburger Kellermeister (Vermögensverwalter) verdanken wir aus seinen Rechnungen 600jährige Flurnamen, von denen aber nur noch einer „lebt". Einige andere können wir nur noch vermuten. Vom Pfarrgut nennt Ludwig v, Lützelburg, der Kellermeister, den Hanegurge (Hanjörg, den Rancengarten, den Crucegarten, den Kol-, (der 1587 genannte Kulengarten?) 1703 war in Roßdorf ein Bürgermeister Kohl; den Holbeynen, den Kleinen Garten und den Garten der Sieche, der Eigentum der Marburger Sieche war. An Wiesen die heutige Bühlwiese („bohel wise"), die Meldebächer Wiese (Wöllbacher?) und die Kämpe, die Viehweiden in Dorfnähe waren. Dann Namen wie An der M a r c e (die Mark war eine Waldgrenze), der L o r b e r (vielleicht verlesen aus Norbel), in den Karcen und „rus j a g e r e". Der landgräfliche Rentmeister nennt 1374 das Selheymer Holtz, und den Lo-n e b e r g , sowie die Arzbach. 1587 hören wir von einem Heiligengütchen (Kirchengut) aufm Rott (das Rod). Das Kirchhainer Salbuch (Grundbuch) nennt 1592 „Im Alten Dorf", den DeutschenHerren-Acker, den S p i t a l s w e g (was nur der Marktweg sein kann), die Gemeinen Strauch im Stocksgrund (die später gerodet worden sind), „am Teichhaus" und im Heiligen Feld, was wohl der 1807/09 genannte Helgeacker (heiliger Acker, Kirchengut) ist, der aufm Rod am Haarweg lag. Ebenfalls aufm Rod, am Joichtweg, haben wir wohl da, wo heute; der K r c u z a c k e r liegt, den 1333 genannten C r u c e g a r t e n /.u suchen. Dort liegt heute noch ein Garten. Die Landschiede (Grenzvertrage) zwischen 1490 und 1661 nennen uns nur wenige Namen, „An den Stumpen" (die Stinipe) bei Anzefahr, das Ginseldorfer „am Gebrannten" und den Firngrund, an der Bürgeier Grenze den „Alten Graben". Eine Kopie von Ewald nennt 1728 den Bauerbacher Strauch (Gemeindewald), den Ginseldorfer Strauch, den Alten Graben (an der Ohm), die Guntzeldorfer Auwe, „uff die Trüncke" (die Tränkfurt), am Anspann, den „D i n g e n b e r g", den Riedgraben an der Tränk) und den „H e m ü n t e r (?) G r a b e n" aufm Gebrannten. Die Hainmühle wird als Lachemühle benannt. Die Arzbacher Verträge von 1770 nennen uns den Guguksweg, im Sack, die Wanne, und auf Seelheimer Flur den Küchenacker, die Mittelwiese und die Spitz, Auch den Enser Weg (eigentlich Änzer, d. h. Anzefahrer Weg) nennt schon ein Landschied von 1485. Er geht „vorn hin an den Guntzeldörffer Strauch". Die nach Bauerbach vorspringende „Nase" des Seelheimer Waldes heißt noch nach 1750 der Bauerbächer Zauhl oder Zahl und im Seelheimer Kataster von 1768 der Bauerbecher Z e h l , auch Z i p f e n genannt.

Eine Reihe von Besitzernamen lassen sich urkundlich nachweisen. Zunächst in Bauerbach: Die 1807 genannte B e 11 w i e s e soll wohl Bälgewiese heißen, denn der Bälgetreter (Kaikant) hatte sie zur Nutzung, Ein häufiger Flurname ist „die Bette (n)". 1477 verkaufte Ludwig v. Honfels dem Magister Henrich im Hofe (Kugelkirche!) vier Betten zu Eckeishausen. Bette oder Beete sind Äcker in feuchter Flurlage (daher in Ginseldorf sehr häufig), die durch Hoch- oder Beetpflügen etwas entwässert wurden. 1768 nennt das Seelheimer Kataster den Landweg nach Marburg „auf der Dornhecke". Die Dornheckshohle hieß auch Hasselgrundsgra-b e n , weil sie in den Hasselgrund führte, wo wir die Wüstung Hessel vermuten. Nach 1700 hieß der Waldrand an der Wann am Gebrannten oder das T r ü s c h. Ein Trüsch, Trusch, Triesch war ein Brachacker, den man unbebaut liegen und verwildern ließ.

Der Gefällsweg, so genannt, weil er ins Marburger Gefalle führte, hieß schon 1728 Studentenpfad. Er setzt sich an der Marburger Talseite des Lahnbergs fort. Seinen Namen soll er von dem tollkühnen Ritt eines Studenten den Klam-berg abwärts erhalten haben, der dabei das Genick brach. Der Gedenkstein mit eingemeißeltem Kreuz soll erst im Bombenhagel des März 1945, der auf den Klamberg und das Gefalle niederging, vernichtet worden sein. Daß der Marburger Bürger Henne Schepp 1452 imHunengrund jenseits des Lahnbergs Land besaß, läßt uns an die Hühnerbrücke denken, die nach diesem Talgrund benannt sein mag. Leisen Heinz, Heinrich Leis, würden wir heute sagen, war vielleicht 1571 der Namengeber für die Leis- oder Läuswiese und den gleichnamigen Graben und Rain. Und die sumpfige Metzwiese unterhalb der Haarwiese, die wie ein alter Mühlteich aussieht, ist vielleicht ein Rest der Mühle, die 1578 bei Bauerbach erwähnt wird. Metzner war der Mühlbursch, der die Metzen oder Mesten aufschüttete. Das Schröcker Kreuz stand schon 1700. Ein damalige Karte zeigt es mit dem erzbischöflichen Doppelbalken. S p ö r e r s Wieschen gehörte einem Schröcker namens Spörer, der nach hier heiratete (1701).

Mancher Flurname ist zwar nicht hier, aber anderswo bezeugt. 1358 wird die Gerichtsstätte am Rothen Buel (Bühl) bei Stausebach genannt, auch Rollshausen hat einen Bühl, und um 1300 wird der „byel am glasekopp" genannt. 1491 finden wir bei Neustadt das Bornflos (aufm Floß) und 1659 lag der Felßzehnte (Feldszehnte?) von Rüdigkeim brach. Auf unserer Flur, die einmal aufm Floß und einmal aufm

Felß heißt, ist weder anstehendes Gestein noch ein Graben oder sonst ein „Floß". Um 1800 war ein Floß ein Abflußgraben, wie alte Flurkarten besagen. 1546, bei Gleimenhain „uffm Floß", Den schon lang vergessenen Namen Hundskopp-Acker finden wir 1560 auf Amöneburg wieder, wo ein Stiftsdechant dieses Namens war, der hier Besitz hatte. 1740 ließ auch ein Hundskopf aus Neustadt hier taufen. Ein Hundsrucken wird 1661 bei Fritzlar genannt und eine Wüstung Eschers lag 1417 am Gerlingsberg, bei uns entstellt zu Jährlingsberg, bei Schlüchtern, wo es auch in der Nähe eine Gerlingsmühle gibt. Den K u c k e s haben wir 1352 im Namen Guxhagen, das damals Kukushayn und 1399 Guckeshan hieß. Das Anzefahrer Loe (Loh) und das Himmelsberger Swengel-Loe wird 1491 bezeugt. Uralt ist die Gerichtsstätte Ruchesloh bei Oberwalgern. Der Lustgärtner Konrad Geyer in Marburg, der 1625 den Lustgarten des Deutschen Ordens betreute (heute der Botanische Garten), erinnert uns an den Lustgarten in der Hinterbach, der keinerlei Ähnlichkeit mit seinem Marburger Namensvetter hat. Die Hinterbach kommt als Familiennamen vor. Ein Mediziner Dr. Dietmar Hinderbach aus Kirchhain ist seit 1406 in Wien und sein Verwandter Johs. Hinderbach aus Rauschenberg war 1434 dort und wurde 1465 Fürstbischof von Trient. 1340 kommt in Mardorf eine Wykenwiese und später in Bauerbach ein Wycenhof vor (W ickegarten). Um 1600 hatte der Landgraf am Dammeisberge einen Tiergarten, den man die T i erwiese nannte. Ob aber unsere Tierwiese nicht eher vom mundartlichen Dejr, Dirne, herkommt und ein Lagerplatz für Zigeuner war? Die W i d d e m , Wiedem, auch Widum, was Pfarrgut. 1387 beurkunden die Schenke, daß der „perner tzu Sweinsberg" in Cappel einen Altar „bewydemen" soll, d. h. mit Einkünften ausstatten, daher das Wort widmen. 1485 nennt der Landschied den Wedem, der Pfarrei Betziesdorf gehörig.

Eine Zahl Ginseldorfer Namen sind ebenfalls beurkundet: Die Blaue Hofestat t muß wohl von dem Besitz des Amöneburger Abraham Bloe (1622) herrühren. Später, 1787, finden wir einen Kanoniker Anton Felix Blau aus Walldürn auf Amöneburg. — 1571 hatte Jakob Born einen Hof in Bauerbach und 1592 sein Sohn Kurt Born. Der Bornkurts-Acker in Ginseldorf, an der Bauerbacher Flurgrenze wird sein Eigen gewesen sein. Ebenso ist es mit dem Erlemann, der daneben liegt. 1660 lebten Erlemann in Schröck und Anzefahr und 1688 finden wir Friedrich Erlemann in Bauerbach. Waltir Fleyshower wohnte 1352 neben der Pfarrkirche zu Marburg, wo auch Heinrich v. Herberen, der Pfarrer von Ginseldorf, ein Haus hatte. Dieser Fleischhauer wird Besitz in Ginseldorf gehabt haben und 1830 hatte Johannes Nau, Haus Nr. l das Fleischhauer-Gütchen, das etwa 3,0 ha groß war. Der Alte Hans erinnert an den „Ölten Henß", der 1571 Äcker in der Arzbach hatte. Die Ohm ist schon so früh bezeugt, daß man den Anfang kaum feststellen kann. Der Name soll, wenn nicht aus dem Keltischen, dann vom lateinischen amnis, der Strom, der Fluß herkommen. Daß die Ohm um 1400 urkundlich Aymen, Aeme, Aemen heißt, scheint das zu bestätigen. Das Flüßchen H u n d e m im Sauerland hieß Hund-Ohm, Die Herren von Hundem, von der Hund-Ohm, saßen in Anzefahr.

Außerhalb des Dorfes finden wir andere heimische Namen urkundlich bestätigt, Die G i r w e i h , Kirchweih findet sich 1506 in einem Salzschlirfer Weistum als kyrbe wieder. Kirb für Kirchweihe war auch in Frankenberg üblich. Die Helge-Wiese hat ihre Parallele im Helge-Acker zu Bauerbach und 1491 im Heiligen Struch bei Himmelsberg. Der Käs-Acker wird ein Kies-Acker sein; daß 1333 ein Kesegut genannt wird, scheint eher auf den Käseweg bei Bauerbach zu passen. Käse kann auch von der Kirsche, der Kassebeere kommen, und den K ä s e w e g können wir uns bei dem bekannten früheren Kirschenanbau in Bauerbach gut als mit Kirschbäumen bestanden denken 1274 lebte ein Geschlecht v. Keseberg (s. Kesegut!)

Im Namen M ö l l e r a i n steckt der häufige hessische Bergname Helle für eine entwaldete Höhe. Die behielt dann auch ihren Namen, wenn sie wieder mit Wald be-wuchs. 1443 wird die Helle bei Fritzlar genannt und 1595 ein Hellen-Grund. Ein Mohnschein wird 1587 bei Naumburg genannt. Der Mondschein bei Wolfhagen hieß um 1300 Moischeid, wie das Dort am Kellerwald. Da er 1359 Maynschede (Mainz-Scheide) hieß, dachte man an einen Mainzer Grenznamen, was bei Ginseldorf nicht zutrifft. Das Bild 20, die Karte von Schleenstein bringt uns mehrere unserer Namen. Joh, Georg Schleenstein, geb. 1650 zu Erfurt, war erst im Kaiserlichen Heer und seit 1689 in hessischen Diensten, gest. 1729, 1711 wurde er Oberst und Landgraf Karl beauftragte ihn mit der hessischen Landesaufnahme, von der er einen Atlas anlegte, aus dem unsere Karte genommen ist. Hier finden wir die Hainmühle (han mühl) und daneben

Flurnamen bei den Nachbarn

Versuche zur Deutung