Karl A. Müller

Zum Geleit
Landrat Eckel begrüßte 1961 in seinem Geleitwort die 1. Auflage des vorliegenden Heimatbuches, „weil die Jahrhunderte alte lebendige Verbindung der beiden Lahnbergdörfer Bauerbach und Ginseldorf mit der Stadt Marburg aufgezeigt wird". Seine damalige Feststellung, daß die Verbindungen „sich noch verstärkt und vertieft" hätten, fand am 1. Juli 1974 ihre abschließende Bestätigung, als beide Gemeinden Teil der Stadt Marburg wurden. Dies geschah übrigens keineswegs erst unter dem Zwang des Landesgesetzes, sondern in Übereinstimmung mit der schon vorher - wenigstens von Ginseldorf - ausdrücklich erklärten Anschlußabsicht.
Als vor mehr als 800 Jahren die Geschichte des Marburger Raumes urkundlich greifbar wird, werden Marburg 1138 und Bauerbach 1133 fast gleichzeitig genannt. Beide gehören zur Grafschaft der Gisonen, die kurz zuvor an Thüringen gefallen war. Als 1133 Bauerbach mainzisch wurde, hob das die Verbindung mit dem Landgrafen und mit Marburg keineswegs auf. Schon vor 1357 hatte der Landgraf den Bauerbacher Medem, eine Rodungsabgabe, inne. Längst hatte auch der Deutsche Ritterorden von seiner Kommende vor den Toren Marburgs aus als Geschenk der Landgrafentochter Agnes Besitz in Bauerbach und Ginseldorf. Die Pfarrstelle wird auch nicht immer vom Mainzischen Amöneburg, sondern oft von Marburg aus besetzt. Ginseldorf ist - als es noch selbständige Pfarrei war - wohl immer vom Deutschen Orden versehen worden. In Bauerbach setzte Landgraf Philipp der Großmütige einen lutherischen Prediger ein. Das bewog viele Jahre später die Marburger, über den Lahnberg dorthin zur Kirche zu gehen, weil sie den von Landgraf Moritz in der Stadt eingeführten Calvinismus ablehnten.
Nach 1700 wird die Verbindung noch enger dadurch, daß mancher Beamte des Deutschen Hauses sich in Bauerbach nicht nur trauen, sondern auch beerdigen läßt, darunter Nachkommen von Veit Stoß: Leonhard und dessen Sohn Konrad Anton, deren Grabstein noch vorhanden ist.
1803 geht die Landesherrschaft vom Mainzer Kurfürsten auf Hessen über. Dadurch werden beide Orte nun von Marburg aus verwaltet. Schon lange, bevor es einen regelmäßigen Postverkehr gab, kamen die wenigen Briefe für Bauerbach und Ginseldorf von Marburg her. Und um 1840 berichtet der Bauerbacher Pfarrer H. W. Ferrari: „Wirklich Arme gibt es hier nicht. Wer arbeiten will, findet sein Auskommen in Marburg". An dieser Feststellung hat sich in 135 Jahren eigentlich wenig geändert: Etwa die Hälfte aller Erwerbstätigen aus dem Stadtteil Bauerbach arbeiten in der Kernstadt. Für Ginseldorf liegt der Prozentsatz eher noch höher.
Ich habe als Oberbürgermeister stets den Standpunkt vertreten, daß der Magistrat gut daran tue, das Eigenleben der neuen Stadtteile nicht nur zu respektieren, sondern ausdrücklich zu fördern. Dazu gehören die charakteristischen Besonderheiten ebenso wie ein vielfältiges Vereinsleben. Und dazu gehört auch die vorliegende Neuauflage der Heimatchronik, die der Magistrat bereitwillig unterstützt hat; denn die Beschäftigung mit der Vergangenheit der unmittelbaren Umgebung trägt in besonderem Maße dazu bei, sich der eigenen Identität bewußt zu werden. Das bedeutet keineswegs die Ausprägung eines „Kirchturmhorizonts"; denn die vorliegende Chronik läßt die vielfältigen Verflechtungen erkennen, die durch die Jahrhunderte Bauerbach und Ginseldorf mit Marburg verbunden haben.
Marburg, den 18. Februar 1976
Dr. Hanno Drechsler
Vorwort zur zweiten Auflage
Daß die Erstauflage unseres Heimatbuches trotz der verhältnismäßig geringen Einwohnerzahl unserer beiden Dörfer schon nach wenigen Jahren vergriffen war und daß der Wunsch nach einer Neuauflage laut wurde, spricht für die Beliebtheit unseres Buches. Was der Verfasser im Vorwort zur ersten Auflage klarstellt, kann auch heute voll und ganz unterschrieben werden. Hinzu kommt noch, daß sich unser Leserkreis seit 1961 verdoppelt hat. Die grundlegenden Änderungen in der Sozialstruktur unserer beiden Orte, wie sie auf Seite 268 ganz vorsichtig angedeutet wurden - damals war ja alles noch in unsicherer Planung begriffen -sind inzwischen verwirklicht worden. Beschrieb Ernst Moritz Arndt zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in seinem Gedicht „Von Heimat und Vaterland" die Heimat noch pathetisch als den Ort, „wo das erste Menschenauge sich liebend über Deine Wiege neigte, wo Deine Mutter Dich zuerst mit Freuden auf dem Schöße trug, wo Dein Vater Dir die Lehren der Weisheit und des Christentums ins Herz grub", so hat sich dieser Begriff - wie vieles andere auch - gewandelt. Heimat ist heute, wo Industrie und Verkehr die Masse des Volkes in Bewegung hält, nicht mehr, wie zu Arndts Zeiten, nur Geburtsland. Für viele gibt es eine neue Heimat, eine „Wahlheimat", und eine solche zu erringen, liegt in der Macht des Menschen. Man kann den neuen Boden, auf den man verpflanzt wird oder auf den man sich verpflanzen läßt, schätzen lernen. Doch dafür ist die erste Vorbedingung, sich in die neuen Verhältnisse einzufügen und zu vertiefen und dadurch Land und Leute kennen und lieben zu lernen. Jenes „geistige Wurzelgefühl" wachsen zu lassen, das der Philosoph E. Spranger dem Begriff Heimat zugrunde legt. Das gilt für alle, die in den letzten fünfzehn Jahren sich in Bauerbach und Ginseldorf niederließen.
Ein Nebenzweck der Zweitauflage des Buches ist es, völlig unberechtigte Angriffe, die in einem Heimatbuch aus der Nachbarschaft zu finden sind, abzuwehren. Hier sei auf die fünf Anmerkungen No. 9, 21, 47,48 und 59 hingewiesen. Jene Verdrehungen und Entstellungen bedürfen dringend einer Entgegnung und Richtigstellung, selbst wenn diese streitbarer Natur sein sollte, was aber bestimmt nicht beabsichtigt ist. Hier kann es nur heißen: Der Wahrheit die Ehre! Wozu muß ein anderes Heimatbuch Dinge zur Sprache bringen, die nur Bauerbach angehen? Vielleicht nur um Unfrieden zu stiften? Ein Heimatbuch darf nicht zu einer Streitschrift herabgewürdigt werden. Geschieht es doch, dann fordert das Gegenwehr heraus; und das ist hier geschehen.
Es sei nicht vergessen, allen meinen Helfern und Mitarbeitern zu danken, namentlich meiner Ib. Frau, ohne deren stets bereite Mitarbeit mir manches sehr schwer geworden wäre. Denn es ist mir nicht leicht gefallen, im vorgerückten Alter (77 J.) und nach eben erst überstandener schwerer Krankheit die neue Auflage fertigzustellen. Ich bin mir klar darüber, daß die neue Gestalt unseres Buches keineswegs eine vollkommene Lösung ist. Die Anmerkungen und Ergänzungen hätten in den alten Text eingeflochten werden müssen, doch dann hätte man den ganzen Text des Buches völlig neu abfassen und schreiben lassen müssen, und das war mir unter den oben angegebenen Umständen einfach nicht möglich. Das hätte vor allem zu ganz wesentlich höheren Druckkosten geführt, so daß der Preis des Buches für manchen zu hoch würde, namentlich wenn er für seine Kinder Vorsorgen wollte, indem er für diese Reservestücke für die Zukunft zurücklegte. Daß es den Lesefluß hemmt, wenn man bei jeder Anmerkung unterbrechen und im Ergänzungsteil nachschlagen muß, ist zwar keine Freude und der Verfasser weiß das, muß aber in Kauf genommen werden; ebenfalls der Verzicht auf eine feste Einbanddecke, wie bei der Erstauflage. Auch diese würde den Buchpreis erheblich steigern. Möge die zweite Auflage unseres Buches dieselbe gute Aufnahme beim Leser finden wie die erste.
Marburg, im September 1975
Karl A. Müller
Freuet euch, Freunde der Heimat,
nicht alle genießen das Glück:
eine Heimat haben und lieben.
Dann denkt auch an jenen,
der einstens, um euch zu erfreuen,
aus Liebe zur Heimat
dies Büchlein geschrieben.
Der Verfasser
Dorfgeschichte
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Was hat ein Dörflein schon in mehr als tausend Jahren |
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von frohem Glück beschienen, — • von Gewittern überrollt, |
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an Lust und Leid, — an Not und Tod erfahren, |
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wenn ihr der Chronik jetzo lauschen wollt! |
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Froh sehen wir die Neubekehrten wallen |
721 |
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zum Berge, wo Sankt Winfried sie gelehrt, |
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zum Lahnstadt auch, wo einst von ihnen allen |
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der Hessen heil'ge Ahnfrau ward geehrt. |
1231 |
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Sie rodeten den Wald, sie werkten hart, sie fronten, |
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sie pflegten ihren Boden und das liebe Vieh. |
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Wir, ihre Erben, leben, wo sie wohnten. |
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Vergessen können wir, was sie einst schufen, nie! |
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Und an der fischereichen Ohm, im weiten Grunde |
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liegt Ginseldorf, beherrscht vom Deutschen Haus. |
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Es sank dahin durch Fehde, in des Feuers Schlunde |
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und neu erstand es nach dem blut'gen Strauß. |
1484/1485 |
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Die Jungen kommen und die Alten gehen. |
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sie bauen Häuser, alte reißt man ab. |
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In ihrer Mitte bleibt das alte Kirchlein stehen. |
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Hier finden alle einst ihr stilles Grab. |
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Doch sieh! Der Landgraf bringt die neue Lehre, |
1526 |
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das Ew'ge Licht erlischt, — der alte Glaube wankt! |
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Ist keiner, keiner, der sich eifrig setzt zur Wehre, |
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dem man die Rückkehr freudiglich verdankt? |
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Die Rückkehr kam. — Doch dann ein endlos Morden. |
1608—1618 |
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Entvölkert lag das liebe Heimatland. |
1648 |
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Das alles, alles ist Geschichte worden |
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und die Jahrtausende lenkt Gottes weise Hand. |
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Die Deutschen Herrn sehn wir den Lahnberg steigen |
1700—1800 |
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die Kirche suchten sie in unserm Ort. |
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Hier konnten sie den alten Glauben zeigen |
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die Sakrament' empfahn und hören Gottes Wort. |
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Des Mainzer Krummstabs Herrschaft mußte enden. |
1803 |
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Wie auf der Bühne wechseln schnell die Herrn. |
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Franzosen, Hessen, Preußen halten Macht in Händen, |
1806—1866 |
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doch schnell sinkt ihres Glückes launenhafter Stern. |
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O, laßt uns von den letzten Kriegen schweigen! |
1914. 1939 |
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Noch ist zu frisch das grausige Gescheh'n! |
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Wir wollen vor den Opfern still uns neigen |
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und freuen auf ein frohes Wiederseh'n. |
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Was sagen die Geschicke uns'ror Alton? |
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Was lehrt uns der Jahrhundert' langer Trott? |
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O, laßt uns an der Heimat fest in Treuen halten, |
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und helfen wir uns selbst, dann hilft uns Gott. |
1960 |
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HISTORIA VITAE MAGISTRA. |
Zeittafel
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Einige der wichtigsten Daten. Weitere im Text. | ||
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Vor Christi Geburt. | ||
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Vor 50000 |
Jahren und mehr. Der Mensch der Altsteinzeit (Neandertaler) lebt und jagt am Lahnberg. | |
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um 20000 |
Der Mensch der Altsteinzeit lebt hier in der Ohmebene. | |
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um 6000 |
Der Jäger der Mittelsteinzeit durchzieht die Gegend. | |
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um 4000 |
Die ersten Ackerbauer siedeln auf den Lößböden. | |
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um 1000 |
Die Urnenfelderleute der Bronzezeit und ihre Hügelgräber. | |
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um 500 |
Keltische Siedler finden sich ein. | |
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Nach Christi Geburt. | ||
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nach 500 |
Zusammenzug der Streusiedlungen. Ortsgründungen. | |
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nach 600 |
Die ersten iro-schottischen Glaubensboten predigen. | |
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721 |
Winfried-Bonifatius auf der Amöneburg und auf dem Königshof Seieheim. | |
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960 |
Erste mainzische Einflüsse um die Amöneburg. | |
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um 1100 |
Mögliche Gründung der Cyriacuskirche zu Bauerbach. | |
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1122 |
Wachsende Mainzer Macht in Oberhessen. | |
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1133 |
Mainz kauft vom Kloster Ilbenstadt das Kappenberger Gut in Burebach. Erste Nennung des Dorfes. | |
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vor 1165 |
Auf der Amöneburg besteht eine mainzische Burg. | |
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nach 1200 |
Umsiedlung vom alten Dorf im Stocksgrund auf den Hügel. | |
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1232 |
Bauerbach wird in der Elisabeth-Urkunde genannt. | |
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1237 |
Sifrid v. Atsbach ist Zeuge beim Kauf der Grafschaft Ruchesloh. | |
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1238 |
Heinricus v. Burbach, Pfarrer ist Schiedsrichter in einem Prozeß. | |
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1247 |
Trennung Hessens von Thüringen. | |
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um 1248 |
Mainzer Abgabeliste nennt Bauerbach und Arzbach. | |
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1250 |
Wigand, miles (Ritter) v. Burebach genannt (1260 Hartmann v. B.). | |
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1252 |
Heinricus v. Burbach ist Prior im Deutschen Haus zu Marburg. | |
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1253 |
Der Deutsche Orden tauscht Hachborner Einkünfte gegen Ginseldorfer. Erste Nennung des Dorfes. | |
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1256 |
Nennung von Nonnenhausen. | |
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1270 |
Großer Waldbesitz des Hofes Arzbach. Hartmann v. Burbach ist Schultheiß in Rauschenberg. | |
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1273 |
und 1280 Ginselnau wird genannt (lag im Hinterfeld). | |
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1305 |
Die Hobeherrn haben Besitz in Bauerbach. Die Grundherrschaft des Adels. In der Folge Besitz von etwa 20 Geschlechtern in Bauerbach und Ginseldorf. | |
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1310 |
Letztmalige Nennung des Dörfchens Arzbach. | |
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1311 |
Deutsch-Ordenshöfe werden in Bauerbach genannt. | |
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1327 |
Die Burggräfin Agnes v. Nürnberg hat Einkünfte in Bauerbach. | |
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1333 |
Ein Pfarrer von Ginseldorf genannt. | |
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1333 |
Amöneburger Abrechnungen nennen von Bauerbach Einkünfte, Rechte Flur- und Familiennamen, sowie Lehnsherren. | |
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1334 - 86 |
Das Rudolphsgut in Ginseldorf genannt. | |
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1346 |
Die Brüder v. Fleckenbühl Urkunden über einen Hof in Nonnenhausen | |
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1358 |
Güterverzeichnisse des Deutschen Ordens nennen Ordenshöfe in Bauerbach und Ginseldorf. | |
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1374 |
Ein Salbuch nennt die Güter von Peter Junge in Bb. Ginseldorf zahlt Forstkorn an den Landgrafen. | |
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um 1380-1404 |
Große Fehden zwischen Mainz und Hessen. | |
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1395 |
Ginseldorf wird als mainzisch genannt. | |
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um 1400 |
Die Kirche von Ginseldorf erwähnt. | |
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1425 |
Letzte Nennung von Nonnenhausen. Es ist wüst. | |
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1427 |
Schwere Niederlage des Erzbischofs gegen Hessen. | |
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1469 |
Bauerbacher Schöffen am Landgericht Bilstein (Amöneburg). | |
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1484/85 |
Plünderung und Zerstörung von Ginseldorf durch die Landgräflichen. | |
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1491 |
(bis 1756) Landschiede legen die Grenzen fest. Ältester Grenzstein aus dieser Zeit in der Joicht. Bauerbach. | |
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1516 |
Die Reiter des Götz v. Berlichingen plündern Bauerbach. | |
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um 1530 |
Der Landgraf setzt lutherische Prediger in Bauerbach ein (bis 1608). | |
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1549 |
Mord an einem Boten und Hinrichtung des Mörders am Lahnberg. | |
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1570 |
Auch Ginseldorf hat zeitweilig einen lutherischen Pfarrer (bis 1589). | |
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1575 |
Der Frevel beim Abendmahl. | |
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1582 |
Der neue Gregorianische Kalender wird abgelehnt. Der Amtmann von Amöneburg verzeichnet Rechte und Höfe usw. zu Bauerbach und Ginseldorf. | |
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1583 |
Vertrag zu Merlau. Bauerbach (und Sdiröck) gelten nicht mehr als mainzisch. | |
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1592 |
Das Kirchhainer Salbudi nennt das „Alte Dorf". | |
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1608 |
Rückkehr zur alten Kirche. Bauerbach und Ginseldorf eine Pfarrei. | |
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1618 |
Beginn des Dreißigjährigen Krieges. | |
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1652 |
Wieder geregelte Seelsorge. Pfarrer Henrich Hirsch. | |
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1655 |
Beginn der Kirchenbücher beider Orte. | |
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1658 |
Dechant Burckhardts Schulbericht. In Ginseldorf Lehrer Dietr. Riedt. | |
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1659 |
Genaue Liste der Familienhäupter in Bauerbach und Ginseldorf (auch 1676) | |
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1679 |
Paul Stuhl Lehrer in Bauerbach. | |
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1682 |
Mainzische Schulordnung und Schulpflicht (Winterschule). | |
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1684 |
Volksmission der Jesuiten in Bauerbach und Ginseldorf. | |
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1690 |
Hutevertrag über Waldweide im Lahnberg. „Blumenhutegeld". | |
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1707 |
Beerdigung von Leonhard Stoss und Sohn. | |
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1712 |
Mainzisdie Verordnung über Lieferung des Zehnten. | |
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1741 |
Wilddieberei im Lahnberg. Überfall auf Bauerbach durch Marburqer Förster. | |
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1742 |
Errichtung der vier Bildstöcke in Bauerbach. 1750 in Ginseldorf. | |
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1756 |
Die heutigen Grenzsteine gesetzt: Mainzer Rad und Hessenlöwe. | |
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1758 |
Großer Schulbericht durch die Bürgermeister. | |
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1759 |
Großes Franzosenlager bei Großseelheim und Bauerbach. | |
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1770 |
Übergabe des Hofes Arzbach an acht Bauern zu Bauerbach. Anbau von Kartoffeln und Klee verbreitet sich. | |
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1803 |
Ende des Kurmainzer Staates. Übergang an Hessen. | |
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1808 |
Vermessung der Flur. Anlage der Kataster. Erste Ortspläne. | |
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1809 |
Napoleon hebt den Deutschen Orden auf („Die Franzosenzeit"). | |
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1820 |
Rodung des Hinterbachswäldchen. | |
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1821 |
Übergang der oberhessischen Pfarreien an das Bistum Fulda. Der Kreis Marburg entsteht. | |
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1822 |
Bau des Pfarrerhauses aufm Loh. | |
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1831 |
Neue Gemeindeordnung. Beginn der Ablösung (bis 1852) aller Zehnten, Lasten, Fronden und Dienste. | |
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1835/37 |
Stück- und Lagerbücher mit Ortsbeschreibungen. Pfarrer Ferrari als Ortschronist | |
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1841 |
Neubau der Schule zu Ginseldorf. Umbau der Schule zu Bauerbadi. | |
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1851 |
Beginn größerer Auswanderungen nach den Vereinigten Staaten. | |
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1859 |
Statistiken der Kasseler Regierung durch Fragebogen. | |
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1866 |
Ende des Kurfürstentums Hessen-Kassel. Übergang an Preußen. | |
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1874/76 |
Bau des Forsthauses auf einer Waldrodung zu Bauerbach. Bau des Ginseldorfer Forsthauses. | |
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1893 |
Gründung der Spar- und Darlehnskasse (Raiff eisen). | |
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1898 |
Neubau der Ginseldorfer Kirche. | |
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um 1900 |
Mähmaschinen kommen auf. 1902 erstes Fahrrad in Ginseldorf. | |
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1901 |
öffentliche Fernsprechstellen werden eingerichtet. | |
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1911/12 |
Neubau der Schule zu Bauerbach. | |
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1914/18 |
In Bauerbach 15, — in Ginseldorf 13 Kriegsopfer. | |
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1916/17 |
Flurbereinigung in beiden Orten. | |
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1917 |
Erste, 1941 zweite Beschlagnahme der Kirchenglocken. | |
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1920/21 |
Erweiterungsbau der Kirche zu Bauerbach. | |
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1924 |
Anlage der elektrischen Leitung in Bauerbach, 1926 in Ginseldorf. Regelmäßige Untersuchungen der Schulkinder. | |
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1925 |
Bindemäher. Motorrad in Bauerbach. 1926 erstes Radio in Bauerbach. | |
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1927 |
Errichtung des Kriegerdenkmals in Bauerbach. Erstes Automobil in Bauerbach. | |
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1929 |
Wasserleitungsbau in Bauerbadi. — 1931 in Ginseldorf. | |
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1930 |
Landverkraftung der Post. Poststellen in Bauerbach und Ginseldorf . | |
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1935 |
Rodung des Wäldchens Steinrücke- Wann. | |
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1939/45 |
In Bauerbach 37, in Ginseldorf 27 Kriegstote und Vermißte. | |
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1941 |
Der erste Traktor in Bauerbach. Schuljahresbeginn im Herbst (bis 1948). | |
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1946 |
Der Strom der Heimatvertriebenen flutet herein. | |
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1952/53 |
Neue Glocken für beide Kirchen gegossen. | |
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1954 |
Wasserleitung im Stocksgrund für Bauerbach. | |
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1955 |
Eintunnelung des Baches in Ginseldorf. Die ersten Mähdrescher und Fernsehgeräte in Bauerbach. | |
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1956 |
Das Dekanat Marburg errichtet. | |
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1957 |
Ohmregulierung beendet. — Straßenbeleuchtung in Ginseldorf. | |
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1958 |
Ausbau der Kreisstraße mit staubfreier Decke. | |
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1959 |
Neues Raiffeisenlager in Bauerbach. Beheizung der Kirche Bauerbach. Bau der Leichenhalle. | |
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1961 |
Beginn des Ausbaues der Straßen im Neubaugebiet Bauerbach. | |
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1962 |
Elektrisches Läutewerk mit Angelusläuten in der Pfarrkirche zu Bauerbach. | |
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1962/63 |
Außergewöhnlich langer, strenger, schneereicher Winter. | |
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1963 |
Straßenbaubeginn und Erschließung des Univ. -Neubaugebietes auf den Lahnbergen. Abtretung von 1 50 ha Bauerbacher Staatswald an die Universität (siehe hierzu das Flurkartchen „Bodenfunde"). | |
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1965 |
Baubeginn Neubaugebiet Lahnberge (Universitätsneubauten). | |
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1966 |
Herbst: Der Schulhausneubau „i.d. Wann" in Bauerbach wird bezogen. | |
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1967 |
Ginseldorf, Abbruch der alten Schulscheune, Umbau der Schule, Anbau Gemeindeamt. | |
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1970 |
Volks- und Berufszählung. | |
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1970 |
Herbst: Einschulung der Oberstufe in die Richtsbergschule. | |
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1973 |
Juli: Eröffnung der Nordstrecke („Panorameweg"). Baubeginn Mai 1971. | |
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1973 |
Drei Studentenwohnheime in Bauerbach werden bezogen. | |
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1973 |
Ginseldorf: 15 ha Bauland umgelegt. | |
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1974 |
1. Juli: Beide Orte werden Stadtteile von Marburg. | |
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1975 |
Januar: Freigabe der neuen Waldstrecke vom Heizwerk nach Bauerbach. | |
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1975 |
April: Einweihung des Bürgerhauses Bauerbach „auf dem Loh". | |
Vorwort
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Die Heimat lädt dich ein
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Die Heimat läßt dich nicht (Max Mell) |
Mein zweites Heimatbuch übergebe ich hiermit den Lesern. Das erste, .Rund um Wall und Wehrturm" konnte ich den Mardorfern vor sechs Jahren vorlegen. Eine Dorfgeschichte hat ihre Tücken. Man kann sich nicht auf ein Thema einstellen, man muß sich notgedrungen verzetteln. Das Buch hat rund 24 Themen, von denen jedes einzelne eine runde Arbeit abgeben würde. So die Vorgeschichte, das Lehns-wesen, die Glaubenswirren, die Volks-, Trachten- und Wirtsdiaftskunde, die Bodenarten, Flora, Namendeutung, das Gegenwartsbild u. a. Die ganz- und allseitige Betrachtung, wie sie Karl Löber zu Recht aufstellt, ist schwer zu erreichen, doch wurde immerhin versucht, ihr nahe zu kommen. Ein Heimatbuch, wie das von Londorf, an dem über 20 Autoren mitwirkten, kann man nur beneiden, doch verblieb mir hier, trotz vieler williger Mitarbeiter, deren im Quellenverzeichnis in Dankbarkeit gedacht wurde, die Hauptarbeit allein. Auf Fußnoten mit Quellenhinweisen wurde absichtlich verzichtet, sie sind für unsere dörflichen Leser störend und ermüdend.
In einer Zeit, wo uns soviel an unverdaulicher und vergifteter Kost gereicht wird, wo wir überschüttet und erschlagen werden von Zeitungen, Zeitschriften, Illustrierten, Büchern, Werbe- und Flugschriften, Photos, Dias, Filmen, von Radio und Fernsehen, soll dieses Buch besinnlich gelesen werden und Gutes stiften: In Familie und Gemeinde, in Pfarrei und Schule. Beide Dörfer sollen sich als eine Einheit fühlen, die allen Zwist auf den Schutthaufen fegt. Daß auch Unerfreuliches zu berichten ist, versteht sich von selbst, denn Geschichte ist das, was geschehen ist. Schöne Märchen finden wir nur bei Brüder Grimm.
Bei etwaigen Ungenauigkeiten in der Gegenwartskunde möge man Nachsicht üben. Zuverlässige Gewährsleute sind nach bestem Wissen gesucht und befragt worden. Auf diese mußte sich der Verfasser verlassen. Hundertprozentige Vollkommenheit gibt es nun einmal nicht. Und der, dem Ausstattung, Schriftbild usw. des Buches nicht gefällt, möge bedenken, daß hierbei der Kostenpunkt ausschlaggebend war. Ein Heimatbucfa ist ohnehin unbezahlte Arbeit und von vornherein ein Verlust-,Geschäft".
Ein passendes Jubiläum ist z. Zt. nicht zur Hand, doch werden es 1963 gerade 830 Jahre sein, daß Bauerbach, und 710 Jahre, daß Ginseldorf erstmalig beurkundet wurde. Manches hätte sich noch ergänzen lassen, doch mußte vieles gekürzt werden, so daß der Text mitunter Lücken und Sprünge bekam. Vieles, was dem Historiker altbacken Zeug ist, wird unsern Leuten „frisches Gebäck" sein. Ohne den Blick in die Weite sind lokale Vorgänge oft kaum verständlich. So mußte oft über den örtlichen Rahmen hinausgegriffen werden. Man kann Toynbee nicht zustimmen, wenn er vom Kirchturmshorizont der Ortsgeschichte spricht. Da trifft doch das Wort Eduard Sprangers den Kern: „Heimat ist das geistige Wurzelgefühl des Menschen. — Der Weg zum Menschentum führt nur über Volkstum und Heimatgefühl." Audi August Winnig zeigt das Ziel: „Heimat ist die Pforte, durch die uns das Ewige,. in das Zeitliche entließ, und unsere Heimatliebe ist die Sehnsucht nach diesem Ewigen." Wenn das Buch diesen großen Ideen den Weg ebnet, hat es seinen Zweck voll erfüllt. Und daß der Verfasser, ein alter Lehrer, mit diesem Buche der Schule und ihren Kindern dienen will, braucht nicht betont zu werden. — Leser, denen Geschichte fern liegt, auch solche gibt es, mögen bei Kapitel 23, „Weltkriege", beginnen. Vielleicht finden sie von der Gegenwart her den Zugang zur Vergangenheit.
Eine Neubelebung des von Spranger genannten Wurzelgefühls tut unsern Dörfern bitter not. Wir sind schon so weit, daß uns manche Großstädte Vorbild sein können! Diese pflegen ihre Traditionen und sind stolz auf ihre Geschichte. Sie denken nicht daran, ihre Mundart fallen zu lassen. Der Kölner spricht sein Kölsch und der Hamburger snackt sein Hamburger Platt. Wir dagegen werfen bedenkenlos Altererbtes über Bord, machen aus unserer Tracht alten Plunder und manches Dorf versucht, sich in ein nachgeäfftes Städtchen zu verwandeln. Noch sind unsere beiden Orte diesem Ungeist nicht verfallen, das zeigt das lebhafte Echo, das unser Buch fand und die rege Mitarbeit für unser nahes Heimatfest.
Die Drucklegung des Buches wäre unmöglich gewesen, wenn uns nicht viele Freunde und Gönner, Geldgeber und Spender zu Hilfe gekommen wären, unser Heimatfreund Herr Dr. E. Kaufmann, der Schirmherr Herr Landrat Eckel, der Kreisausschuß, beide Gemeindevertretungen mit ihren Bürgermeistern, die kath. Kirchengemeinde mit Herrn Pfr. v. Keitz, die Spar- und Darlehnskasse sowie alle ändern Spender und Vorbesteller. Mit einem herzlichen Dankeswort an alle genannten und ungenannten Helfer sei das Buch der Heimat und ihren Freunden gewidmet.
Bauerbach, Pfingsten 1961. (21. und 22. Mai)
Karl A. Müller



