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12.12.2006

Schneller Internet-Zugang über Funk auch für Ginseldorf geplant • „Sendelaterne" wird installiert

Bauerbach. Schon innerhalb der nächsten zehn Tage wird in ganz Bauerbach der schnelle DSL-Internet-Zugang verfügbar sein. Eine zusätzliche Versorgungsanlage wird zurzeit errichtet.


von Matthias Mayer



Das teilte Stefan Koch, Projektleiter CityNet der Stadtwerke Marburg, am Dienstagabend in Bauerbach mit. Koch stellte auf Einladung des Bauerbacher Örtsbeirates die Expansionspläne der Stadtwerke in den nordöstlichen Marburger Stadtteilen Bauerbach und Gin-seldorf vor, die von den Datenautobahnen noch weitgehend abgeschnitten sind, weil die Telekom dort über ihr Leitungsnetz nur einen Teil der Haushalte mit einer zudem nur abgespeckten DSL-Version versorgen kann. Das Interesse an der Informationsveranstaltung war riesig, der Saal im Bürgerhaus überfüllt.
Die Stadtwerke wollen die Versorgungslücken auf dem Funkwege mit ihrem Wireless-DSL schließen, das unter anderem bereits in Lohra und im Amöneburger Becken arbeitet.
Der Nutzer benötige ein von den Stadtwerken geliefertes Funkmodem   und   eine  freie Sichtverbindung zu einer Versorgungsstation des Wireless-DSL-Funknetzes der Stadtwerke, erklärte Koch. Da es in ganz Ginseidorf und in einem Großteil von Bauerbach keine Sicht auf die Amöneburg und die dortige Sendeanlage gebe, werde sein Haus zwei neue Versorgungsstationen bauen.
In Bauerbach werde die Versorgungsstation innerhalb weniger Tage entstehen, da es wegen der Größe (eine 9,50 Meter hohe Straßenlaterne mit kleinen Antennen) und der geringen Belastung durch Funkwellen (ungleich niedriger als bei Schnurlos-Telefonen und Handys) keiner besonderen Genehmigung bedürfe.
In Bauerbach werde die Sendeanlage am Wendehammer der Straße „Am Waldeck" entstehen. Ginseidorf und Bürgein sollten dagegen von Bürgein aus versorgt werden. Hier solle die „Sendelaterne" ganz oben im Neubaugebiet in der Straße „Höhenweg" gebaut werden.
Allerdings stünden die Zustimmung des Bürgelner Ortsbeirates und des Cölber Gemeindevorstands noch aus, erklärte Koch. Die Stadtwerke seien bereit, weitere Versorgungsstationen zu bauen, wenn sich eine entsprechende Anzahl von Bürgern auf der Homepage www.wdsl-mr.de als DSL-Interessenten registrierten, sagte Koch auf eine entsprechende Anfrage eines Besuchers aus Moischt.
Die Nutzer erhalten, so Koch, ein vollwertiges DSL mit Tele-fonie-Option, wobei sie zwischen den Übertragungsgeschwindigkeiten 1000, 2000 und 3000 Kilobit pro Sekunde wählen können. Als weitere Vorzüge nannte Koch die beim Upload (Übertragung eigener Daten) gegenüber dem kabelgebundenen DSL um das achtfache höhere Übertragungsge-schwindkeit und die Möglichkeit, auf den Telefonanschluss der Telekom ganz zu verzichten.
Zumindest ein Besucher vernahm es mit Freuden: „Endlich, mit den Telekommunikationskomikern will ich nichts mehr zu tun haben."

 

Oberhessische Presse
vom 30.11.2006