18.04.2003
Stadt investiert in Bauerbach in Hochwasserschutz ? Ortsbeirat weiter für TempolimitEin neues Wasserauffangbecken in Bauerbach soll bei starken Regenfällen die Nachbargemeinde Großseelheim vor Überschwemmungen bewahren
von Werner Girgert
Die starken Regenfälle im August vergangenen Jahres bescherten der Gemeinde Großseelheim zwei Überschwemmungen wie sie der Ort seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hatte. Das schilderte der Groß-seelheimer Ortsvorsteher Helmut Hofmann am Dienstagabend seinen Kollegen vom Bauerbacher Ortsbeirat.
Ursache der Überschwemmungen waren die Wassermassen des über die Ufer getretenen Bauerbachs, die Richtung Großseelheim schössen. Dagegen habe das Rückhaltebecken im Staatsforst dem Hochwasser stand gehalten, erläuterte Hofmann.
Um künftig Überschwemmungen durch den Bauerbach zu vermeiden, soll zwischen dem bestehenden Regenrückhaltebecken und der Bauerbacher Kläranlage ein so genanntes Pufferbecken gebaut werden. Die Planungen erläuterte Werner Plaßmann vom Tiefbauamt der Stadt bei der Sitzung des Ortsbeirates.
Demnach soll das Pufferbecken über ein Fassungsvermögen von 900 Kubikmetern Wasser verfügen. Notwendig seien lediglich 600 Kubikmeter, so dass eine ausreichende Sicherheitsreserve bestehe, sagte Plaßmann. Das zweigeteilte Pufferbecken setzt am Einlauf des Regenüberlaufbeckens in den Bauerbach an und soll dort die überlaufenden Wassermassen aufnehmen.

Parallel zum Bau des Pufferbeckens soll der Bauerbach renaturiert werden. Die Gesamtkosten für die beiden Projekte bezifferte Plaßmann auf etwas mehr als 100000 Euro. 70 bis 80 Prozent der Kosten, für die die Stadt aufkommt, könnten nach Plaßmanns Einschätzung über Zuschüsse des Landes finanziert werden. Da die Baugenehmigung bereits vorliegt, könne mit dem Bau im Mai kommenden Jahres begonnen werden. ? Ein bei der Stadt seit langem immer wieder vorgetragenes Anliegen wollen die Bauerbacher auf Anregung von Ortsvorsteher Walter Matt (SPD) jetzt selbst in die Tat umsetzen. Mit finanzieller Unterstützung der Vereinsgemeinschaft soll auf dem Dorfplatz ein Stroman-schluss installiert werden. 2 500 Euro soll das Vorhaben laut Matt kosten.
Auf Vorschlag von Ortsbeiratsmitglied Willi Weitzel (CDU) sollen die Bauerbacher Vereine für Mitte Mai zu einer Versammlung eingeladen werden, bei der über eine finanzielle Beteiligung an den Kosten des Stromanschlusses abgestimmt werden soll. Gleichzeitig regte Weitzel an, die Stadt bei der Finanzierung mit ins Boot zu nehmen.
? Auch das ebenfalls seit langem geforderte Tempolimit von 30 Stundenkilometern für die untere Bauerbacher Straße beschäftigte den Ortsbeirat erneut. Nachdem das Tempolimit von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt abgelehnt wurde und die stattdessen vorgeschlagene Verengung der Fahrbahn aus finanziellen Gründen scheiterte, sind jetzt eine Verkehrs-zählung sowie Geschwindigkeitskontrollen geplant, erläuterte Matt. Die Ortsbeiratsmit-glieder halten Tempo 30 jedoch weiterhin für die sinnvollste Lösung.
? Am 3. Mai veranstaltet Bauerbachs Nachbarstadtteil Gin-seldorf seinen Grenzgang. An-lass ist das 750-jährige Bestehen des Ortes. Gemeinsam mit einer Abordnung aus Bauerbach will Ortsvorsteher Walter Matt sich an der ersten Station, dem Fahrradweg zwischen Bauerbach und Ginseldorf, dem Grenzgang anschließen.




