28.07.2006
Walter Matt strebt Kompromisslösung für Bauerbach an • Stadtwerke bieten ab August Wireless-DSL.Bauerbach. Seit Jahren steht ein neuer Kindergarten in Bauerbach auf der Wunschliste ganz oben. Jetzt deutet Ortsvorsteher Walter Matt eine Kompromisslösung an.
von Werner Girgert
Schon seit vielen Jahren fehlt der Neubau eines Kindergartens auf keiner Haushaltsanmeldung des Bauerbacher Ortsbeirates. In Zeiten knapper Kassen blieb der Wunsch seitens der Stadt jedoch bislang unerfüllt. Um kurzfristig Bewegung in die Diskussion zu bringen, hat Ortsvorsteher Walter Matt (SPD) im Gespräch mit der OP einen Alternativvorschlag unterbreitet, der allerdings noch im Ortsbeirat diskutiert werden muss, wie sein Kollege Johannes Hühn (Bauerbacher Bürgerliste) betonte.
Zwei Fliegen ließen sich mit einer Klappe schlagen, sollte Matts Vorschlag Anklang bei den Ortsvertretern und bei der Stadt finden. Sieht er doch vor, einen Teil des nur noch gering ausgelasteten und hochgradig defizitären Bürgerhauses als Erweiterung des benachbarten Kindergartens zu nutzen. Konkret denkt Matt an den kleinen Saal und die sich daran anschließende Küche des Bürgerhauses. „Wenn die Stadt kurzfristig das Thema Mittagsversorgung angeht und ein besseres Raumangebot schaffen will, dann stellen wir die Räume gern zur Verfügung", erläutert Matt. Die Räume im Bürgerhaus würden dann jedoch künftig für eine anderweitige Nutzung nicht mehr zur Verfügung stehen.
Am Beispiel des Bürgerhauses wird deutlich, was den Bauerbachern sonst noch unter den Nägeln brennt. Die Blumenbeete vor dem Gebäude sind weitgehend in einem trostlosen Zustand. Statt den Dienstleistungsbetrieb Marburg (DBM) zu bemühen, um Abhilfe zu schaffen, regt Matt an, die Stadt solle dem Ortsbeirat ähnlich wie zur Pflege der Feldwege ein kleines Budget zur Verfügung stellen, um damit solche kleineren Grün- und Zier-flächen im Ort zu pflegen. Ein Betrag von 1 500 Euro würde dafür nach Matts Ansicht schon genügen: „Und das wäre sicher keine Gefährdung für den Bestand des DBM."
Auf der Agenda der kurzfristigen Projekte steht für die Bauerbacher die weitere Verbesserung der Busanbindung ans Uni-Klinikum und in die Stadt. Ein früherer Bus morgens für Berufstätige, die im Klinikum arbeiten, und ein zusätzlicher in der Hauptverkehrszeit am Nachmittag schwebt den Bauerbachern vor. Hinzu kommt eine Busanbindung nach Schröck. Über entsprechende Verbesserungsvorschläge wollen sich die vier östlichen Stadtteile noch verständigen.
Ein Projekt mit eher langfristiger Perspektive will der Ortsbeirat schon möglichst bald anstoßen. Unter dem Titel „Soziale Dorfgemeinschaft" soll darüber nachgedacht werden, wie sich Alt und Jung gemeinsam auf den bevorstehenden demografischen Wandel einstellen können. Mit einem Fragebogen soll ermittelt werden, welchen Bedarf es im Stadtteil etwa bei der Betreuung älterer Menschen gibt.
Einen Erfolg kann der Ortsbeirat unterdessen in seinen Bemühungen um die Bereitstellung eines DSL-Angebots in Bauerbach verbuchen, nachdem die Telekom sich lange Zeit geweigert hatte. Ab Mitte August wollen die Marburger Stadtwerke Bauerbach von Amöneburg aus mit einem so genannten Wireless-DSL-Ange-bot versorgen. Damit konkurrieren sie inzwischen jedoch mit einem abgespeckten DSL-Angebot der Telekom, wie Stefan Koch vom Stadtwerke-Partner „hifreak Computer & netz-werke" einräumte.
Mehr Engagement der Bürger wünscht sich der Ortsvorsteher bei der Baumpflege im Ort. Die ins Leben gerufenen Baumpatenschaften funktionieren nicht in allen Fällen. Aber auch in anderen Fällen, etwa wenn im Bürgerhaus mal wieder gestrichen werden muss oder bei den Plänen für die „Soziale Dorfgemeinschaft", wünscht sich Matt mehr ehrenamtliches Engagement. Das könnte dann in Zukunft mit dem Bauerbacher Bürgerpreis belohnt werden, den der Ortsvorsteher gerne denen zukommen lassen würde, die sich für ihren Ort engagieren.




