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11.08.2002

"Priester zu werden, war im Grunde schon ein Kindheitstraum" Matthias Krieg beim Fest zu seiner Amtseinführung in Bauerbach. Foto folgt !!! Bauerbach. Dass Beruf und Leben eine Einheit bilden sollten, war schon immer sein Wunsch. Und den hat Matthias Krieg sich mit dem Beruf des Priesters auch erfüllt. von Ute Mank Da kann es dann allerdings schon mal passieren, dass er an seinem eigenen Geburtstag eine Beerdigung halten muss. So wie in diesem Jahr am 3. August, an dem Matthias Krieg 35 Jahre alt wurde. Für den Bauerbacher Pfarrer ist das kein Problem. Eigentlich möchte er auch gar nicht, dass das in der Zeitung steht - keiner soll deswegen ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber haben. Und gefeiert hat er einfach einen Tag später. Am 16. Juni hat Matthias Krieg seine erste Stelle als Pfarrer angetreten. Er ist zuständig für die beiden katholischen Gemeinden St. Cyriakus in Bauerbach und St. Johannes der Täufer in Ginseldorf, zu der auch Bürgeln gehört. Zuvor war er fünf Jahre in Stadtallendorf: ein Jahr als Diakon und vier Jahre als Kaplan. Ursprünglich wollte der in Volkmarsen geborene und in Kassel aufgewachsene Priester Lehrer werden. Zwei Jahre Lehramtsstudium in Würzburg - Fächerkombination Germanistik, Wirtschaftspädagogik und Theologie - hatte er bereits absolviert, als er sich anders entschied und nach Fulda ins Priesterseminar wechselte. ?Priester zu werden, war im Grunde schon ein Kindheits traum, aber ich habe es mir zunächst nicht so richtig zugetraut", erklärt er. Er habe sich auch ein Leben mit Frau und Familie vorstellen können, ?aber ich bin glücklich mit meiner Entscheidung". Die Eltern hätten allerdings eine Gewöhnungsphase gebraucht, es sei zunächst ?ein Schock" für sie gewesen. Der Älteste von drei Geschwistern, mit einem Altersunterschied von nur je einem Jahr, ist in einer katholischen Familie aufgewachsen. ?Ich hatte aber kein überfrommes Elternhaus", sagt Matthias Krieg: ?In unserer Gemeinde habe ich mich immer frei und wohl gefühlt." Dort engagierte er sich in der Jugendarbeit. Rund 1 300 Mitglieder haben die beiden Kirchengemeinden, für die er nun zuständig ist. Sonntags ist um 9 Uhr Gottesdienst in Ginseldorf und in Bauerbach um 10.15 Uhr. Fronleichnam feiern die beiden Kirchengemeinden gemeinsam. Das sind Traditionen, die sich seit hunderten von Jahren so eingespielt haben, und daran will der neue Pfarrer auch nichts ändern. Zurzeit hat er keine Pläne im Sinne eines Konzepts für seinen neuen Wirkungsort. Gegenseitiges Kennenlernen und ?am Leben halten", was in den Gemeinden bereits vorhanden ist, ist ihm im Moment am Wichtigsten. Den Kinderchor, den sein Vorgänger Thomas Günst ins Leben gerufen hat, will er genauso pflegen, wie die Gesangsgruppe ?Second Angels". Musik ist ohnehin sein Hobby: Krieg spielt Gitarre, ?ein bisschen" Klavier und Steirische Harmonika. Am liebsten hört er Rock- und Popmusik. Mit einer sechsköpfigen Gruppe macht er regelmäßig vor allem geistliche Musik. Festgelegt auf diese Musikrichtung ist die Gruppe, mit der er auch schon im Gottesdienst gespielt hat, aber nicht. Im Moment wird ein Stück der Rockgruppe Queen einstudiert. ?In diesem Beruf ist man auch als Privatperson eigentlich immer der Herr Pfarrer", sagt Matthias Krieg. Dennoch sind ihm gewisse Freiräume wichtig. So bedeutet es ihm viel, gute Freunde zu haben, ?die mit einem gehen" und bei denen er einfach mal nur ?der Matthias" sein kann. Copyright liegt selbstverständlich bei der Oberhessichen Presse (OP) www.op-marburg.de