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04.04.2007

Fleckenbühl zieht Angebot zurück • Ortsbeirat fordert in Sondersitzung NeubauBauerbach. Der Kindergarten in Bauerbach bleibt, er soll sogar baulich erweitert werden. Ein Neubau steht nicht auf der Prioritätenliste der Stadt.

von Manfred Schubert

Etwa 70 Zuhörer kamen am Donnerstagabend zu einer Sondersitzung des Bauerbacher Ortsbeirats. Fast blieben alle bis zum Schluss und diskutierten engagiert mit.
Aktueller Anlass für die Sitzung war die am 18. März verteilte vierseitige Ausgabe der CDÜ-Ortsverbands-Broschüre „Schönes Bauerbach". Der Titel „Aus für den Kindergarten in Bauerbach!", dessen Verfasser auch am Donnerstag nicht namentlich benannt wurde, hatte die Eltern in Aufregung versetzt.
Von einer Verlegung nach Ginseidorf war darin die Rede. Bereits in dem OP-Artikel vom 20. März hatte Bürgermeister und Jugenddezernent Dr. Franz Kahle dies dementiert und den Bestand sowohl für Bauerbach als auch für Ginseidorf garantiert. Dies bekräftigte Kahle am Donnerstag nochmals: „Der Kindergarten in Bauerbach bleibt ohne Wenn und Aber!"
In beiden Stadtteilen gebe es genügend Kinder, in Bauerbach werden zurzeit 44 Kinder in zwei Gruppen betreut. Allerdings hat die Suchthilfe Fleckenbühl, die bereits den Kindergarten in Ginseidorf betreibt, offensichtlich vor dem Hintergrund des aktuellen Streits erklärt, dass sie kein Interesse mehr daran habe, die Trägerschaft zu übernehmen, teilte Kahle mit.
Ein Zuhörer fragte, ob die Suchthilfe Fleckenbühl nach einer Besichtigung des Bauerbacher Kindergartens vor Schreck über die baulichen Bedingungen ihre Bereitschaftserklärung zurückgenommen habe. Kahle sagte, zu der geplanten Ortsbesichtigung sei es gar nicht mehr gekommen.
Die weitere Diskussion wurde von der Frage „Erweiterung oder Neubau" bestimmt. Im Haushalt 2007 sind 25000 Euro eingestellt, mit denen laut Kahle die Planung für einen Anbau finanziert werden soll. Die anwesenden Eltern sowie alle Mitglieder des Ortsbeirats waren sich einig, dass nur ein Neubau neben der Grundschule Sinn mache. In der „Alten Schule" sei es schon jetzt furchtbar eng, auf dem Freigelände zu wenig Platz. Wenn noch mehr Kinder hinzukämen, werde die Situation noch schlimmer. Zweijährige könne man nicht aufnehmen, die würden die Treppe hinunter fallen.
Kahle meinte dagegen, er sehe in der Stadtverordnetenversammlung keine Unterstützung für einen Neubau in Bauerbach. Es gebe eine Prioritätenliste.
Die Stadt habe eine Vielzahl an baulichen' Anforderungen abzuarbeiten, etliche Kinder-und Jugendeinrichtungen in der Stadt hätten gravierendere Mängel als dieser Kindergarten. Finanzierbar sei nur ein Erweiterungsbau.
Mit diesem Aussagen waren die Mitglieder des Orstbeirats nicht einverstanden. Der Ortsbeirat beschloss einstimmig, den Magistrat zur Verwendung der 25 000 Euro für die Planung eines Kindergarten-Neubaus statt für die Planung einer Erweiterung des alten Hauses aufzufordern.
„Heute wurde die seriöse Streitkultur in Bauerbach wiederhergestellt", sah Ortsvorsteher Walter Matt (SPD) seine zu Beginn der Sitzung erhobene Forderung erfüllt. Er hoffe darauf, dass im Haushalt 2008 der Neubautitel für den Bauerbacher Kindergarten stehen werde.

 

 Oberhessische Presse
vom 31.3.2007