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22.03.2007

Stadt Marburg verhandelt derzeit mit Hof Fleckenbühl über die Trägerschaft des KindergartensBauerbach. Der CDU-Ortsverband behauptet, dass der Kindergarten Bauerbach geschlossen werden soll. Das stimmt nicht, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle.
von Anna Ntemiris

Ein vierseitige Broschüre in DIN A4-Format, die an sämtliche Haushalte verteilt wurde, sorgt in Bauerbach seit Sonntag für Aufregung im Ort: Der CDU-Ortsverband berichtete unter dem Titel „Aus für Kindergarten in Bauerbach", dass die Kinder demnächst nach Ginseidorf in den dortigen Kindergarten gehen müssen. „Viele Eltern sind verunsichert. Wir wollen genau wissen, was uns erwartet", sagte Robert Rodenhausen, Vater eines Sohnes, der erst seit Februar den Kindergarten in Bauerbach besucht.
Auf Anfrage der OP erklärte der Bauerbacher CDU-Stadtverordnete Ingo Lohse, dass die Stadt Marburg beschlossen haben soll, den Kindergarten Bauerbach im nächsten Jahr aufzulösen. Für Bürgermeister und Sozialdezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) sind die Aussagen der CDU Bauerbach „völlig aus der Luft gegriffen. Das entbehrt jeglicher Grundlage", sagte er auf Anfrage der OR Es habe immer eine Bestandsgarantie für die Kindergärten Bauerbach und Ginseidorf gegeben. „In beiden Stadtteilen sind genügend Kinder." Im Kindergarten Bauerbach gibt es zwei Gruppen mit insgesamt 42 Kindern. 19 Kinder nutzen das neue Angebot der Mittagsverpflegung.
Die CDU-Fraktion im Stadtparlament hatte zuletzt beantragt, schnellstmöglich den Neubau eines Kindergartens in Bauerbach zu planen. Kahle hatte zuvor wiederholt in Bauerbach erklärt, dass nur ein Umbau möglich sein könne. Er hatte mit den Planungen abwarten wollen, bis der Kindergarten zum neuen Kindergartenjahr nach den Sommerferien in die Trägerschaft der Suchthilfe Fleckenbühl wechselt (die OP berichtete).
Fleckenbühl betreibt bereits den Kindergarten in Ginsel-dorf. „Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, es gibt auch noch keinen Vertragsentwurf", betonte Kahle gestern. Er habe sich vor zwei Wochen mit der Geschäftsführung von Fleckenbühl geeinigt, dass ein Termin für eine Ortsbesichtigung mit Vertretern der beiden Verhandlungspartner sowie der Leiterin und dem Ortsvorsteher anberaumt wird. Zudem soll ein pädagogisches Konzept erstellt werden. „Mit diesem Fahrplan sind wir auseinander gegangen", so Kahle.
Er habe auch angesprochen, dass eine bauliche Veränderung im Ort gewünscht wird. Seit Jahren beklagen Eltern, Förderverein und Ortsbeirat, dass die Räume in der „Alten Schule" an der Bauerbacher Straße ungeeignet seien. Zentrales Anliegen des „Fördervereins Kindergarten Bauerbach" ist der Neubau neben der Bauerbacher Schule.
„Die Verhältnisse sind nicht rosig, aber der Kindergarten in Bauerbach ist auch keine Einrichtung, die am unteren Ende steht. Sie ist schön, hat aber räumliche und bauliche Macken."
Wenn Hof Fleckenbühl die Trägerschaft übernimmt, könnten die städtischen Mitarbeiterinnen zum neuen Träger wechseln, sagte Kahle. Die Stadt habe mit Kindergarten-Übergaben in Wehrda oder Ginseidorf gute Erfahrungen gesammelt.

 

Oberhessische Presse
vom 20.03.2007