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Auf gehts, am Freitag den 30.04.2010 zum
14. Maibaum aufstellen!
Ab 17.00 Uhr gibt es am Kirchplatz Leckeres vom Grill und aus der Pfanne.Neben Bier und den üblichen antialkoholischen Getränken gibt es selbstgemachte Maibowle. Ab 18 Uhr wird der Maibaum von Kindern geschmückt. Gegen 19 Uhr soll der Baum dann von den anwesenden Besuchern mit Muskelkraft aufgestellt werden.Um Mitternacht wollen wir den Mai mit dem Mailied begrüßen.Auf Ihr zahlreiches Erscheinen freut sich der Schützenverein. Zelt zum gemütlichen Verweilen, wie immer vorhanden.
Auszug aus unserem Heimatbuch:
Der Fortschritt, die Technik, hat nicht nur unsere Tracht, sondern auch viele alte schöne Bräuche ermordet. Außer dem Malen der Ostereier ist nicht viel davon übrig geblieben. Josef Böttner, geb. 1877, hat mit seinen 83 Jahren ein erstaunliches Gedächtnis und weiß noch vom Maibaum, vom „Stempeln" (nicht auf dem Arbeitsamt!) und dem „Verstrich" (Versteigerung) der Mädchen zu berichten.
Am ersten Samstag im Mai fanden sich die jungen Burschen in einer Wirtschaft zusammen. Alle, die bis dahin ihr 16. Lebensjahr vollendet hatten, fanden sich ein, um mit dem Ritterschlag in die Reihen der Burschen aufgenommen zu werden. Ein porzellanen Streichholzständer, wie er damals auf jedem Wirtshaustische stand, wurde unterseits mit Ruß geschwärzt und die Neulinge damit auf der Stirne abgestempelt. Die neue Würde mußte mit einer Mark Eintrittsgeld erkauft werden. Waren es mehrere, die Jahrgänge des kleinen Dörfchens waren meistens nicht stark, dann mochte es zu einem Fäßchen Bier langen, das Liter kostete ja nur 25 Pfennig. Wer es konnte, gab wohl auch allein ein Fäßchen zum besten. In Ginseldorf war das Abstempeln von einem kräftigen „Schinkenkloppen" gefolgt. Nach dieser Zeremonie zog der ganze Haufen in den Lahnberg oder den Seelheimer Wald, holte dort eine schöne Birke, pflanzte sie am Brunnen vor der Kirche auf und sang einige Lieder dazu. „Der Mai ist gekommen" durfte nicht fehlen, dazu kamen Wander- und Soldatenlieder.
Zurück gings in die Wirtschaft und hier kam der schöne Teil des Tages, die Versteigerung der Mädchen. Der Älteste führte den Vorsitz und bot ein Mädchen mit Namen an. Mit 50 Pfennig wurde angeboten. Die Bewertung richtete sich nicht immer nach Schönheit oder Vermögen des „Objektes", der Geschmack des Bietenden war maßgebend. Ganz Begehrte kamen oft auf drei, ja bis auf fünf Mark zu stehen, und das war im vorigen Jahrhundert fast ein kleines Vermögen und für manchen ein Wochenlohn oder mehr. Dann wurde ihm großzügig Abzahlung zugestanden, Dem Höchstbietenden wurde die Maid zugeschlagen und damit nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, diese bei der Kirmes als Tanzpartnerin zu betreuen. Wenn auf ältere „Überbleibsel" nichts geboten wurde, so war das für die Betreffenden ärgerlich und ein Gutmütiger übernahm diese dann im Ramsch: „No, ae'ch gewwe for de Rest ee Mork." Der Ertrag des ganzen „Verstrichs" wurde bei späterem Anlaß droben „am Wäldchen" in einem lustigen Gelage verzecht.
Jetzt kam erst der Nachrichtendienst. Die einzelnen Mädchen bekamen Bescheid. Meistens wurde der Bote schon mit der Frage empfangen: „Ei, woas hu aech da gekost?" Die Frage nach dem Käufer war überflüssig, denn der war gewöhnlich der Bote selbst. Um das Jahr 1900, als J. Böttner vom Militär kam, war der frohe, humorvolle Brauch schon tot. Nach seiner Meinung war das Fahrrad mitschuldig. Er selbst hatte beim Telegrafen-Bataillon in Koblenz Radfahren gelernt, doch er besaß keins. Die Burschen jedoch, die sich eines zulegten, fuhren, wenn sie Samstag von der Arbeit kamen, lieber durch die Gegend; die erste Entfremdung vom Dorfleben, die das Auto fortgesetzt und verstärkt hat. Abstempeln und Versteigerung haben sich in Ginscldorf bis 1925 gehalten. Die „Versteigerung" ist weitverbreitet und ist bis an die Westgrenze zu finden. Verfasser fand sie noch im Kreise Cochem (Mosel). An der oberen Eder findet sie vor Ostern statt. Im Kreise Olpe ist die Versteigerung der „Ostermädchen" beim Scheine des Osterfeuers.
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