Bericht -Bürgerversammlung Windkraft Lahnberge-v.23.5.2012

Veröffentlicht von Reinhard Resinek (rere) am 24/05/2012
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Bürgerversammlung der östlichen Stadtteile zum Thema Windenergieanlagen auf den Lahnbergen war am Mittwoch, dem 23. Mai, im Bürgerhaus Bauerbach gut besucht

von Johannes Hühn

Neue Sachlage nach Gerichtsurteil


Verwaltungsgericht Kassel hebt Teilplan Energie auf

 

Am 10. Mai hat das Verwaltungsgericht in Kassel den Teilplan Energie des Regionalplanes Mittelhessen aufgehoben. In diesem waren für den Bereich Mittelhessen Vorrangflächen für Windenergieanlagen ausgewiesen. Der Teilplan muss nun vollständig neu bearbeitet werden und wird frühestens Ende 2012, Anfang 2013 offen gelegt werden. Seit kurzem liegt nun auch ein Windpotenzialkataster für ganz Hessen vor. Dies wurde im Auftrag der Landesregierung vom TÜV Süd erstellt. Insbesondere die dort prognostizierten Windgeschwindigkeiten sowie die Abstände zur Wohnbebauung werden Kriterien für diese Ausweisung als Windvorrangfläche sein.

Der Ginseldorfer Ortsvorsteher Dr. Horst Wiegand führte die zahlreichen Besucher insbesondere anhand des vorliegenden Kartenmaterials in die Thematik ein. Für das Stadtgebiet Marburg ergeben sich vier Vorrangflächen, auf denen die im Koalitionsvertrag zwischen Marburger SPD und Bündnis 90/GRÜNE festgehaltenen Windenergieanlagen (WEA) errichtet werden sollen. Zwei Gebiete davon befinden sich auf den Lahnbergen: Im Süden auf dem Gebiet „Lichter Küppel“ zwischen Schröck, Moischt und Cappel sind 3 WEA geplant, im Norden im Bereich der „Bürgeler Gleiche sogar 6 WEA.

Zurzeit erwartet man aufgrund der TÜV-Süd-Prognose Windgeschwindigkeiten von maximal 5,75 bis 6,25 m/s. Dazu käme aber, bedingt durch den noch vorhandenen Wald, sowie Thermikturbulenzen ein 10 % Abzug der Windgeschwindigkeit. Da für die Wirtschaftlichkeit der WEA als Untergrenze eine Windgeschwindigkeit von mindestens 5,5 bis 5,75 m/s  angenommen wird, ist das Vorhaben an den genannten Stellen allein aus wirtschaftlichen Gründen mehr als fragwürdig; Messungen sind nach übereinstimmender Meinung aller Versammlungsteilnehmer zwingend erforderlich.

An der Versammlung konnte kein Mitarbeiter von Hessen-Forst teilnehmen. Wie deren Vertreter Andreas Sommer bereits in der Sitzung des Ginseldorfer Ortsbeirates berichtet hatte, befindet sich im Gebiet „Bürgeler Gleiche“ jedoch die größte nach den neuen Naturschutzleitlinien ausgewiesene so genannte „Kernfäche“. In diesen Kernflächen soll jegliche Nutzung zum Schutz der Natur eingestellt werden. Folglich komme in diesen Kernflächen auch keine Bebauung mit WEA in Frage.

Konsens in der Versammlung herrschte dahingehend, dass alle Bürger und die Ortsbeiräte seitens der Stadt Marburg besser  in den Planungs- und Entscheidungsprozeß einbezogen werden möchten. Nur hierdurch kann die erforderliche Transparenz und Akzeptanz für die erforderlichen Schritte zur „Energie-Wende“ erreicht werden.

Diskussionsleiter Johannes Hühn (stellv.Ortsvorsteher Bauerbach) kündigte aufgrund der gelungenen Veranstaltung an, dass die Bürgerversammlung für die östlichen Stadtteile wiederholt werden solle, sobald in der Angelegenheit „Windenergieanlagen auf den Lahnbergen“ neue Informationen oder Planungen bekannt sind.

 Windpotentialflächen Marburg                Windpotentialflächen Legende             Windpotentialkarte 140 m Höhe


Hilfreicher Link zum Thema und zur Vertiefung: www.energieportal-mittelhessen.de

 

Zuletzt geändert am: 26/05/2012 um 23:59

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