A.In Bauerbach Seit Oberhessen christlich wurde bis zum Beginn der Glaubensstürme waren fast 800 Jahre verflossen. Wann die erste Kirche hier erbaut wurde und wann ein Priester zuerst die heilige Feier vollzog, weiß niemand. Erst 1238 lernten wir einen Plebanus (Pleban = Leutpriester, Weltgeistlicher, im Gegensatz zum Ordenspriestcr) von Burbach kennen, Heinricus cle Burbach, den Schiedsrichter im Streitfalle der Kirche Caldern gegen Wigand von Friedensdorf. Zufällige Nennungen bei Käufen und Verkäufen, Rechtsfällen, Lehnsbriefen und Einkünften verraten uns hin und wieder weitere Namen. 1305 hatte der Pleban von Bauerbach Land in der Arzbach, (1) der vergessene Flurname „Pfaffenacker" erinnert vielleicht daran. 1311 hatten die Hobeherren Einkünfte aus Gütern des Pfarrers Günther. Im Jahre darauf führte derselbe Pfarrer mit dem von Bopendorf zwei Konfratres zu Wehrda und Viermünden in ihr Amt ein, 1327. Pfarrer Wigand, der 1320 Pfarrer zu Schröck war, verkaufte Einkünfte eines Hofes an Agnes v. Nürnberg, die diese dem Deutschen Orden schenkte. — 1333 bezeugte Pfarrer Wigand Einkünfte der Kellerei (Vermögensverwaltung) zu Amöneburg aus hiesigen Ländereien. 1466 war Johann Schick (oder Schmitt) Vertreter des Landgrafen Hermann (Erzbischof von Köln) bei Verwaltung von Einkünften zu Fritzlar, Propstei St. Peter. Es war ein übelstand, daß damals adelige Geistliche sich Pfründe in Orten verleihen ließen, die sie selten oder nie betraten. Sie nahmen die Einkünfte, ohne für die Seelen zu sorgen.(2) 1487 drei Pfarrer, der von Bauerbach, Marburg und Cappel, führten Nikolaus Helling in sein Amt zu Wehrda und zu St. Jost an der Sieche ein. So wissen wir um 5—6 Priester, ein Bruchteil von denen, die hier in den langen Jahrhunderten amtiert haben.
B. In Ginseldorf Die Zahl der bekannten Ginseldorfer Geistlichen ist nicht größer. Sie werden zumeist dem Deutschen Orden angehört haben. 1333 hatte der Pleban von Ginseldorf einen nach Amöneburg Pflichtigen Hof in Bauerbach. 1336 vermittelte Pfarrer Gerhard Rechtsgeschäfte, die das Ginseldorfer Rudolphsgut betrafen. 1345 war derselbe Zeuge bei Verhandlungen des Klosters Haina: Die Töchter Hermanns, gen. Tzayn (Zahn), die im Hainer Hof zu Amöneburg wohnten, vermachten dem Kloster Haina Äcker als „Seelgered". Heinrich von Herberen, „perrer zu Guntzelindorf", schenkte sein halbes Haus zu Marburg, neben Waltir Fleyshouwers Haus, an Meckele v. Herberen, 1352. — Um 1360 starb Plebanus Henricus de Gunzildorf, ein Deutschordensbruder, der den Brüdern zwei Mark „pro pyetancia" (d. h. zur Festtagsgabe), vermacht hatte. 1462 Rabanus Helmbrich wird als früherer Pfarrer von Ginseldorf genannt. Seit 1462 ist es Johann Phifferman,der 1473 Pfarrer zu Goßfelden war. 1471 hatte der Pfarrer den Ginseldorfer Zehnten. 1492 setzte der Deutsche Orden den Johann Räson als Pfarrer in Guntzelndorf ein. Wir dürfen ihn wohl als den letzten vorreformatorischen ansehen. Es ist einer der frühen Geistlichen Ginseldorf gewesen, die selbständige Pfarrer waren, der der 1339 in Wehrshausen erbauten Marienwallfahrtskirche den Seitenaltar zu Ehren der hl. Maria Magdalcna stiftete. Stifter der Kirche war Wornher Thöring und Gemahlin Mechthilde. Der Magdalenenaltar ist noch vorhanden
Ergänzung
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Der Prior des Deutschen Hauses zu Marburg, Johann Heingkemann wird am 26. Juli 1450 als Pfarrer von Bauerbach bezeugt. Es scheint, als ob Bauerbach kirchlich dem landgräflichen Marburg oder dem Deutschen Hause viel näher stand als dem kurmainzischen AmÖ-neburg. Pfarrer Heingkemann löste den Meister Heinrich Imhof gen. Rode (Stifter der Kugelkirche) von der Pflicht, einen Zins zu entrichten.
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Pfarrer Ludwig von Lare (Lohra) (1515) war ein Vetter des Daniel zum Schwan, der einen Hof zu Michelbach kaufte, von dem Pfarrer Ludwig Mitbesitzer war |